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Gustav  von  Kessel,

Oberbefehlshaber  in  den  Marken.

Es  wird  heute  nur  wenige  Menschen  in  Berlin  geben,
denen  der  Name  des  Generals  Gustav  von  Kessel  nicht  geläufig
ist,  war  doch  gerade  diesem  General  in  seiner  Eigenschaft  als
Oberbefehlshaber  in  den  Marken  die  Aufgabe  zugefallen,  der
Berliner  Bevölkerung  den  Kriegsruf  des  Kaisers  und  die  Bestimmungen
  über  die  Mobilmachung  unserer  Armee  zu  verkünden.
  Seiner  Oberaufsicht  ist  der  komplizierte  Apparat  des  Nachrichtendienstes,
  der  Berichterstattung  über  die  militärischen
Operationen  unserer  Armee  und  aller  für  den  Krieg  geschaffenen
Organisationen,  so  weit  sie  ihren  Sitz  in  den  Marken  haben,
anvertraut.  Schon  aus  diesem  Grunde  glaube  ich,  Herrn
von  Kessel  im  Rahmen  der  Besprechung  „Deutsche  Heerführer“
  nicht  übergehen  zu  dürfen,  obwohl  sich  sein  Wirken
augenblicklich  fern  von  unseren  Kriegsschauplätzen  abspielt.  Daß
sich  in  der  Hauptstadt  des  Deutschen  Reiches  die  ganze
Mobilmachung  und  alle  übrigen  für  den  Krieg  notwendigen
Vorbereitungen  in  so  glatter  und  das  Verkehrswesen  so  wenig
störender  Weise  vollzogen  haben,  ist  ein  Verdienst  des  Generalobersten
  von  Kessel,  der  damit  einen  neuen  Beweis  für  seine
hervorragende  organisatorische  Begabung  erbracht  hat.

Als  Sohn  des  Generalmajors  Emil  von  Kessel,  der  mit  einer
Freiin  von  Canstein  vermählt  war,  wurde  Gustav  von  Kessel
am  6.  April  1846  in  Potsdam  geboren.  Schon  im  Alter  von
24  Jahren  verlor  der  damalige  Sekondeleutnant  Gustav  seinen
Vater,  während  es  seiner  Mutter  vergönnt  gewesen  war,  sich