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auch  Kaiser  Wilhelm  II.,  der  die  unbedingte  persönliche  Zuverlässigkeit
  und  militärische  Erfahrung  von  Kessels  kennen  und
schätzen  gelernt  hatte,  ernannte  unmittelbar  nach  seinem  Regierungsantritt
  noch  im  Juni  1888  Major  von  Kessel  zu  seinem
diensttuenden  Flügeladjutanten  und  beförderte  ihn  schon  wenige
Monate  nachher,  im  Jahre  1889,  zum  Oberstleutnant.  Auch
erfolgte  seine  Ernennung  zum  Mitglied  der  General-Ordenskommission.
  Die  freundschaftliche  Gesinnung,  die  der  Kaiser  für
Herrn  von  Kessel  hegte  und  die  in  vielen  Gnadenbeweisen  ihren
sichtbaren  Ausdruck  fand,  außerte  sich  kurze  Zeit  darauf  von
neuem  darin,  daß  Kessel  schon  im  Jahre  1891  Oberst  und  Kommandeur
  der  Schloßgarde-Kompagnic  wurde.  Im  Februar
1893  übernahm  Oberst  von  Kessel  das  Kommando  des  1.  Garde-Regiments
  zu  Fuß,  das  er  beibehielt,  bis  er  im  März  1890
Generalmajor  und  General  à  la  Suite  Sr.  Majestät  wurde.
Schon  das  nächste  Jahr  brachte  Herrn  von  Kessels  Ernennung
zum  Kommandeur  der  1.  Garde-Infanterie-Brigade  und  Kommandauten
  von  Potsdam.  Mit  Patent  vom  25.  März  1899
wurde  der  von  Erfolg  zu  Erfolg  eilende  Offizier  unter  gleich—
zeitiger  Beförderung  zum  Generalleutnant,  Kommandeur  der
zweiten  Garde-Infanteriedivision  und  Generaladjutant  des
Kaisers,  ein  Jahr  später  Kommandeur  der  ersten  Garde-Jufanteriedivision.
  Im  Jahre  1902  erfolgte  die  Ernennung  zum
Kommandierenden  General  des  Gardekorps,  das  er  durch  volle
sieben  Jahre  hindurch  befehligte.  Nachdem  Herr  von  Kessel  im
Mai  1903  zum  General  der  Infanterie  befördert  worden  war,
gab  er  im  Jahre  1909  das  Kommando  über  das  Gardekorps
ab,  um  das  Erbe  des  Generalfeldmarschalls  von  Hahnke  als
Gouverncur  von  Berlin  und  Oberbefehlshaber  in  den  Marken
anzutreten.  Am  27.  Januar  1911  beförderte  Kaiser  Wilhelm
den  verdienstvollen  General  zum  Generaloberst.

Nicht  unerwähnt  bleiben  mag  das  von  Gustav  von  Kessel  im
Jahre  1881  erschienene,  militärisch  sehr  wertvolle  Buch  „Geschichte
  des  1.  Garde-Regiments  zu  Fuß  1857—1871.“