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Graf  Gottlieb  von  Haeseler,

Generalfeldmarschall.

„Majestät,  ich  habe  1870°71  eine  Rippe  in  Frankreich  verloren;
  die  möchte  ich  mir  gerne  wieder  holen!“  Mit  diesen
Worten  soll  der  alte  „Gottlieb“  den  Kaiser  um  die  Erlaubnis
gebeten  haben,  als  Kriegsfreiwilliger  wieder  in  das  Heer  eintreten
  zu  dürfen,  und  daß  ihm  die  Bitte  nicht  abgeschlagen
wurde,  dafür  bürgt  wohl  das  Ansehen,  dessen  sich  Graf  Haeseler
allzeit  bei  seinem  Kaiserlichen  Herrn  erfreute,  dafür  bürgen  die
vielen  Gnadenbeweise,  durch  die  der  Kaiser  seinen  bewährtesten
General  bei  jeder  sich  bietenden  Gelegenheit  ausgezeichnet  hat.
Und  warum  sollte  auch  die  deutsche  Armee  in  den  schweren
Zeiten,  die  sie  jetzt  zu  bestehen  hat,  der  wertvollen  Erfahrungen
ihres  ältesten  und  erfolgreichsten  Führers  entraten,  warum
lollte  sie  sich  nicht  die  Lehren,  die  ein  Offizier  von  der  Bedeukung
  des  Grafen  Haeseler  in  einer  über  sechzigjährigen  mili
tärischen  Laufbahn  gesammelt  hat,  in  einem  Augenblick  zu  Nutze
machen,  wo  sie  einen  schwereren  Kampf  für  Kaiser  und  Vaterland
zu  führen  hat  als  je  zuvor!  Und  hat  nicht  der  alte  Generalfeld-Mmarschall
  auch  nach  seiner  Versetzung  in  den  Ruhestand  bei  allen
Fragen  von  weitgehender  militärischer  Bedeutung  sein  Urteil
und  seine  Stimmc  mit  in  die  Wagschale  der  Entscheidung  geworfen,
  er,  der  lange  Jahre  hindurch  selbst  ein  Wesensbestandteil
  unserer  bewaffneten  Macht  gewesen  war,  und  dessen  Wirkung
  und  Einfluß  auf  unser  Heer  von  unschätzbarer  Bedeutung
war  und  ist!  Das  Vertrauen,  das  unsere  Soldaten  stets
seinem  Feldherrnstab  entgegengebracht  haben,  können  die

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