In  allen  militärischen  Fragen  ergriff  hier  der  erprobte  General
das  Wort,  und  der  eindringlichen  Art  seiner  Argumentation
sind  so  manche  Verbesserungen  in  unserem  Heeressystem  zu  ver—
danken.  Mit  besonderer  Liebe  nahm  sich  der  alte  General  der
ungefähr  vor  einem  Jahrzehnt  in  Deutschland  erstandenen
Pfadfinderbewegung  an,  deren  Förderung  er  sich  besonders
angelegen  sein  ließ,  da  er  zu  der  Überzeugung  gelangt  war,  daß
eine  einheitliche,  körperliche  und  moralische  Erziehung  unserer
männlichen  Jugend  die  beste  Vorbereitung  für  den  künftigen
Soldaten  sei.  Wiederholt  empfing  er  auf  seinem  bei  Frankfurt
  a.  d.  O.  gelegenen  Landgut  Harnecap  die  fröhliche  Jungmannschaft.
  Neben  der  Förderung  der  Pfadfinderbewegung
beschäftigte  sich  der  alte  „Gottlieb“  viel  mit  der  Frage  der  schulentlassenen
  Jugend,  für  deren  Weiterbildung  er  wiederholt  im
preußischen  Herrenhause  den  Ausbau  der  Fortbildungsschulen
verlangte.  Ich  möchte  hier  auf  seine  am  1.  Mai  1907,  am
1.  April  1908  und  am  20.  Mai  1909  im  Herrenhause  gehaltenen
  Reden  verweisen.  Seine  Ernennung  zum  Generalfeldmarschall
  erfolgte  am  1.  Jannuar  1905.

Von  den  vielen  umfangreichen  Werken  und  kleineren
Broschüren,  die  über  den  Grafen  von  Haeseler  und  sein  militärisches
  Wirken  im  Buchhandel  erschienen  sind,  dürfte  wohl
das  Buch  „Gottlieb  Graf  von  Haeseler;  ein  deutsches  Soldatenleben
  unter  vier  Königen“  (Metz  1903)  das  beste  sein.  Haeseler
selbst  schrieb  das  für  Fachmänner  und  Laien  in  gleicher  Weise
wertvolle  Buch:  „Zehn  Jahre  im  Stabe  des  Prinzen  Friedrich
Karl.  Erinnerung“,  das  in  drei  Banden  erschiencn  ist.

Als  Generalfeldmarschall  Gottlieb  von  Haeseler  am
25.  April  des  vorigen  Jahres  das  60  jährige  Jubiläum  seines
Eintrittes  in  das  Heer  feierte,  war  er  der  Mittelpunkt  vieler
Huldigungen,  die  auch  in  der  deutschen  und  ausländischen  Presse
in  eingehender  Würdigung  seiner  Verdienste  um  die  deutsche
Armee  ihren  Niederschlag  fanden.  Der  bekannte  Militärschriftsteller
  Major  a.  D.  Moraht  schrieb  aus  Anlaß  des  Jubiläums
  die  treffenden  Worte:  „Jeder  kennt  Gottlieb  oder