Hugo  von  Pohl,

Chef  des  Admiralstabes.

Hatte  die  Marine  des  Norddeutschen  Bundes  während  des
deutsch-französischen  Krieges  von  1870/71  im  wesentlichen  nur
die  Aufgabe  zu  erfüllen  gehabt,  die  durch  ein  überlegenes  französisches
  Geschwader  blockierten  Weser=  und  Elbemündungen
gegen  Angriffe  zu  schützen  und  zu  verteidigen,  so  stellt  der  Krieg
von  1914,  der  auch  Europas  und  Asiens  stärkste  Seemächte  gegen
uns  mobil  gemacht  hat,  die  kaiserliche  Marine  vor  eine  unvergleichlich
  schwierigere  Aufgabe.  Die  glühende  Vaterlandsliebe,
der  trotzige  Mut  und  die  opferfreudige  Entschlossenheit,  die  unsere
braven  Mannschaften  und  ihre  tapferen  Führer  beseelen,  werden
aber  auch  über  diese  Feinde  unsere  Waffen  siegen  lassen,  zumal
unsere  Marine  Männer  an  ihrer  Spitze  hat,  die  an  militärischer
Tüchtigkeit  ihre  Gegner  weitaus  übertreffen.  Der  Oberbefehl
über  die  gesamte  Marine  liegt  seit  dem  14.  März  1899  in  den
Händen  des  Kaisers  selbst,  während  das  ausführende  Organ
das  Marinekabinett  ist.  Der  Staatssekretär  des  Reichsmarineamtes
  ist  dem  Kaiser  unmittelbar  verantwortlich  und  unterstellt,
ebenso  wie  der  Chef  des  Admiralstabes  der  Marine,  welches  Amt
seit  1913  Hugo  von  Pohl  bekleidet.  Weiter  sind  dem  Oberbefehl
des  Kaisers  direkt  unterstellt  der  Generalinspekteur  der  Marine,
die  Chefs  der  Marinestationen  der  Nordsee  und  Ostsee,  die  Chefs
des  ersten  Geschwaders  und  des  Kreuzergeschwaders  und  schließlich
  die  im  Ausland  befindlichen  selbständigen  Schiffskommandanten.


Während  wir  in  dem  Staatssekretär  des  Reichsmarine-1

  5