An  den  Leser.

s  ist  das  erste  Mal,  daß  ich  mit  einem  selbständigen
#  Buche  auf  dem  Markte  der  Geistesprodukte  erscheine.
Ich  denke,  der  behaudelte  Gegenstand  kann  für  den  Antritt
nicht  würdiger  sein,  und  ich  bin  mir  bewußt,  ihn  so  würdig
behandelt  zu  haben,  als  es  eben  meine  Kräfte  und  der
verfügbare  Stoff  gestatten  wollten.

Am  Stoff  aber,  da  hing  es.  Es  waren  keine
lebensgeschichtlichen  Vorarbeiten  vorhanden,  auf  denen  man
fußen  konnte.  Zwar  hatte  die  übliche  Gelegenheits-Literatur
  nicht  ermangelt,  sofort  nach  dem  Tode  des
Königs  Max  II.  breit  genug  daherzufließen;  Goldkörner
aber  führte  dieser  Strom  keine.

Also  habe  ich  selbst  Alles  sammeln  und  das  Meiste
und  Wichtigste  mühsam  erfragen  müssen.  Wohl  bin
ich  vor  mancher  vornehmen  Thür  zwei=  und  dreimal
gestanden,  bis  ein  einladendes  „Herein!“  ertönte.  Meist
an  solche  Perfonen  habe  ich  mich  gewendet,  welche  sich
entweder  vermöge  ihres  Ranges  oder  ihrer  dienstlichen
Stellung  in  der  unmittelbaren  Umgebung  des  Königs
Max  II.  von  lange  her  befanden.  Dabei  waren  die

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