*.  »  ------M



IV

Mittheilungen,  schriftliche  und  mündliche,  von  jenen  Män—
nern,  welche  von  dem  König  bei  seinen  Lebzeiten  mit  seinem
besondern  Vertrauen  beglückt  worden  sind,  die  wichtigsten.
Diesen  verdanke  ich  es  zunächst,  wenn  das  vorliegende
Buch  einigen  Werth  hat.

In  den  meisten  Fällen  hat  mein  Anliegen  die  freundlichste
  Unterstützung  gefunden,  nicht  um  meinetwillen,  sondern
um  es  möglich  zu  machen,  daß  dem  bayrischen  Volke  ein
getrenes  Bild  von  dem  Leben  und  Streben  seines  unvergeßlichen
  Königs  geboten  werde.  Alle  jene  hochgeehrten
Männer  erachteten  es  für  einen  Akt  der  Pietät,  für  eine
dem  Verklärten  schuldige  Pflicht  der  Huldigung  mitzuwirken
  an  der  Darstellung  seiner  Lebensgeschichte:

„Ihm  zur  Ehr,  seinem  Bolke  zum  Vorbild.“

Der  Ruhm  des  Königs  Max  II.  ist  ja  der  Ruhm
aller  Baycrn.  Geliebt  war  der  König  von  seinem  Volke,
wie  kein  deutscher  Fürst,  der  lebt,  sich  dessen  rühmen  mag.
Aber  die  Hochachtung  für  ihn  wird  sich  in  Verehrung,
die  Liebe  zu  ihm  in  Begeisterung  wandeln,  wenn  man  so

recht  erkennt,  was  dieser  Fürst  gewesen  sst  als  Mensch

und  Regent.

Seit  acht  Monaten  gehört  er  der  Geschichte  an  —
gewöhnlich  mehr  als  genug  Zeit,  um  die  Thränen  der
Hinterbliebenen  um  einen  theuern  Todten  zu  trocknen.
Aber  ich  habe  die  Augen  von  Männern,  von  greisen
Männern,  deren  Thränen  ehrwürdig  sind,  immer  und
immer  wieder  naß  werden  sehen,  wenn  sie  mir  von  dem
verstorbenen  König  erzählten.

2###
2•