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nationale  Gefühl,  das  Bewußtsein  der  Regentenpflichten
und  die  Vatersorge  des  Königs  Ludwig  I.,  als  auch  das
edle  Streben,  die  adelige  Gesinnung  des  königlichen  Jünglings
  Maximilian.  Und  fügen  wir  noch  dessen  Gedichte
bei,  in  denen  die  innersten  Gefühle  frisch  hervorgquellen,
und  die  Mittheilungen  der  Vertrauenspersonen,  so  haben
wir  ein  untrügliches  Gesammtbild  von  dem  Gemüthsleben
des  Königs  Max  II.  Wo  solche  Zeugen  sprechen,  verstummt
  die  Reflexion.

Den  Menschen  in  dem  König  zu  zeichnen,  schien
mir  das  Hauptsächlichste.  Das  edel  Menschliche  allein
bringt  uns  den  Mächtigen  der  Erde  näher  und  läßt  uns
sie  lieben,  während  der  Nymbus  der  Majestät  unnahbar
macht.  Treu  folgte  ich  darum  der  Lebensbahn  des  Königs
von  der  Wiege  bis  zum  Grabe.  Seine  Vorzüge  und
Unarten  als  Kind,  sein  Streben  als  Jüngling,  seine  Liebe
als  Bräutigam,  sein  Glück  als  Gatte  und  Vater,  sein
Handeln  als  König  für  des  Volkes  Wohlfahrt  und  bürgerliche
  Freiheit,  sein  Wirken  als  Förderer  der  Wissenschaft
  und  Volksbildung,  als  Schützer  der  Kunst,  als
Wohlthäter  der  Armen  und  Beladenen,  als  Anwalt  deutschen
Rechts  und  deutscher  Ehre,  endlich  sein  Sterben  als  Christ:
—  alle  diese  Bilder  ziehen  vorüber  an  dem  Auge  des  Lesers.
Dabei  habe  ich  dem  unterhaltenden  und  auregenden  Elemente
  sein  Recht  zu  wahren  gesucht,  eingedenk,  daß  Belehrung
  im  Gewande  der  Unterhaltung  am  wirksamsten  ist.
Dazu  forderten  die  vielen  schönen  Reisen  des  Königs
im  Morgen=  und  Abendlande  von  selbst  auf.