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Art  lebender  unbeweglicher  Güter  und  steuer-  und  frohnpflichtig,
„daß  Gott  erbarm!“

Es  war  also  ein  Glück  für  Deutschland,  daß  im  Süden
desselben  ein  Fürstenhaus  emporkam,  um  das  sich  die  zerstückelten
Theile  deutscher  Stämme  sammeln  konnten.  Und  so  geschah
es.  Als  die  Sündfluth  über  das  im  Feudalwesen  verfaulende
Europa  hereinbrach,  —  wir  meinen  die  französische  Revolution
—  und  auch  das  Wrak  des  „heiligen  römischen  Reiches“
zertrümmerte,  da  sammelten  sich  die  uralten  Bestandtheile
des  Kaiserreiches,  die  dasselbe  lildenden  Stämme:  Franken,
Schwaben,  Bayern  in  eine  Monarchie  unter  dem  Königsscepter
  der  Wittelsbacher.  Aber  schwierig  ist  die  Aufgabe  gewesen.
  Stets  sind  die  Wittelsbacher  zwischen  den  mächtigsten
Herrscherhäusern  Deutschlands  gestanden.  Zuerst  zwischen  den
Welfen  und  Hohenstaufen,  dann  zwischen  den  Habsburgern  und
Luxemburgern,  zuletzt  zwischen  Oesterreich  und  Preußen.  Bei
den  gewaltigen  Reibungen,  welche  dergestalt  Bayern  erlitt,  begreift
  man  wohl,  warum  es  sich  nicht  zur  süddeutschen  Großmacht
  entfaltete,  wie  es  vom  Schicksal  bestimmt  schien;  aber
man  muß  sich  wundern,  daß  Bayern  ungeachtet  der  schrecklichen
Ereignisse,  die  über  es  kamen,  seine  Selbständigkeit  gercttet
hat.  Diese  Kraft  lag  darin:  Volk  und  Fürstenhaus  sind  eines
Stammes.  Diesen  Vorzug  hatte  Bayern  vor  seinen  mächtigeren
Nachbarn  voraus.  Denn  verhängnißvoll  in  seinen  Folgen  ist
für  Bayern  die  Abtrennung  Oesterreichs  (1156)  geworden.  Sobald
  sich  der  abgelöste  Theil  durch  speculative  Heirathen  seiner
Inhaber  an  Land  und  Leuten  gewaltig  vergrößert  und  die
deutsche  Krone  gleichsam  in  Erbpacht  genommen  hatte,  von  da
an  ist  die  Geschichte  Bayerns  nur  ein  Ringen  mit  dem  ländergierigen
  Nachbar.

Ein  sonderbares  Verhängniß  wollte  es,  daß  Bayerns
Fürstengeschlecht  sich  seine  mächtigsten  Nebenbuhler  selbst  groß

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