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hätten.  Beide  versagten  ihm  den  Gehorsam;  es  kam  zum  Krieg.
Hätte  Ludwig  nur  ein  klein  wenig  von  dem  politischen  Scharfsinn
  seines  Bruders  Heinrich  und  ein  uur  annäherndes  Verständniß
  für  die  wahren  Interessen  seines  Landes  gehabt,  er  würde
sich  mit  Heinrich  und  mit  dem  Böhmen  vereinigt  haben.  Dann
hätten  die  Habsburger  nie  festen  Fuß  in  Oesterreich  gefaßt  und
wären  nicht  die  Mächtigsten  in  Deutschland  geworden.  So  aber
kehrte  Ludwig  seine  Wafsen  gegen  den  eigenen  Bruder  für  den
Fremden.  Verheerungen  aller  Art  wurden  im  Vaterlande  von
Bayern  gegen  Bayern  verübt,  bis  Heinrich  gezwungen  Friede
schloß  (1272).  Und  als  dann  auch  der  König  Ottokar  II.  erlag,
nahm  ihm  der  Kaiser  Oesterreich,  Kärnthen,  Steyermark,  Krain,
Portenau,  Eger  2c.  und  verlieh  diese  uralten  bayrischen  Besitzungen,
  diese  herrlichen  gesegneten  Länder  seinen  eigenen  Söhnen.
  So  sind  die  Habsburger,  welche  vordem  kein  Land  besessen
hatten,  plötzlich  auf  Kosten  Bayerns  zu  einem  weiten  Gebiete
gekommen.  Der  Herzog  Ludwig  war  es  zufrieden;  sein  Bruder
kämpfte  und  erlag  dem  stärkern  Kaiser.  Heinrich  blieb  ein  Feind
des  habsburgischen  Hauses  sein  Leben  lang.  Ludwig  dagegen,
nach  Rudolfs  Tode  1291  Reichsverweser  geworden,  suchte  nenerdings
  die  Kaiserwahl  auf  einen  Habsburger  zu  lenken.  Darum
ftarb  denn  auch  Heinrich,  mehr  betrauert  von  seinem  Volke,  als
sein  Bruder.  Wie  oft  hat  Bayern  in  der  Folge  büßen  müssen,
was  Ludwig  der  Strenge  an  ihm  gesündigt!  Warum  hat  Bayern,
als  es  noch  Zeit  war,  das  aufstrebende  Habsburg  zu  bändigen,
nicht  mehr  solcher  Heinriche  gehabt!  Unnütz  ist's,  mit  der  Vergangenheit
  zu  rechten,  aber  vortheilhaft,  zu  lernen,  wie  ein  Fehler
  in  der  Politik  das  Loos  der  Staaten  auf  Jahrhunderte  bestimmt.

Von  nun  an  treten  die  Pläne  der  Habsburger  auf  bayrisches
Gut  so  offen  hervor,  daß  sie  in  den  Schlachten  von  Gammelsdorf
  (9.  November  1313)  und  Ampfing  (28.  September  1322
blutig  von  Ludwig  dem  Bayer  abgewiesen  werden  missen.

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