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bethören.  Aber  als  er  auf  Erfüllung  der  vertragsmäßigen  Besüimmungen
  drang,  mußte  er  froh  sein,  von  dem  Kaiser  nicht
angegrissen  zu  werden.

Sonderbar!  Trotz  aller  üblen  Erfahrungen  finden  wir
auch  den  Kurfürsten  Maximilian  I.  als  treuen  Verbündeten
an  Oesterreichs  Seite.  Ueberdieß  hatte  ihn  sein  Vater,  der  andächtige
  Herzog  Wilhelm  V.,  im  Jahre  1611  brieflich  vor  den
Habsburgern  gewarnt,  weil  diese  „stets  jeden  Vortheil  Bayerns
für  einen  Ihrigen  Verlust  gerechnet;“  worauf  Maximilian  unterm
  31.  Oktober  1611  zurückgeschrieben:  „wie  ihm  Oecsterreich
überall,  wo  es  könne,  Prügel  in  die  Füße  werfe."

Nie  haben  sich  so  viel  günstige  Umstände  vereinigt,  um
Bayern  hoch  über  Oesterreich  und  Brandenburg-Preußen  zu  erheben,
  als  unter  dem  Kurfürsten  Maximilian;  nie  ist  die  Gunst
des  Schicksals  schlechter  benützt  worden.  Das  im  Bruderzwist
befangene  österreichische  Haus  war  in  der  schwersten  Noth  am
Anfang  des  siebenzehnten  Jahrhunderts.  Ihm  drohte  ein  Angriff
Frankreicho  und  der  protestantischen  Fürsten;  und  Böhmen  war
im  Aufstande,  hatte  seinen  habsburgischen  König  Ferdinand
verjagt  und  einen  Wittelsbacher,  Kurfürst  Friedrich  V.  von
der  Pfalz,  das  Haupt  des  protestantischen  Fürstenbundes,  zum
König  erwählt.  Die  Feinde  Oesterreichs  boten  Maximilian  die
Kaiserkrone  an.  Er  schlug  sic  aus,  wie  er  vorher  die  böhmische
Königskrone  zurückgewiesen.  Man  suchte  ihn  wenigstens  zur
Neutralität  zu  bewegen,  —  vergebens.  Seinem  Ideale  treu,
das  da  ist  Bewahrung  und  Wiederherstellung  des  Katholizismus
in  Deutschland,  macht  er  sich  zum  Haupte  der  Liga,  des  katholischen
  Fürstenbundes,  wirft  seinen  eigenen  Vetter  Friedrich  in
der  blutigen  Schlacht  am  Weißen  Berge  bei  Prag  (3.  November
1620)  nieder  und  entreißt  ihm  die  Krone  Böhmens  und  übergibt
  sie  sammt  dem  unterworfenen  Lande  dem  habsburgischen
Kaiser  Ferdinand  II.  Das  Haus  Oesterreich  ist  gerettet;  bald

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