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Haus  Oesterreich,  dem  die  reiche  Erbschaft  entgangen  wäre,
des  Giftmords.))

Von  nun  an  lagerte  sich  feindliche  Kälte  zwischen  die
Höfe  von  München  und  Wien.  Leider  ließ  sich  der  Kurfürst,
mehr  von  der  Nache  als  von  der  Klugheit  geleitet,  von  dem
arglistigen  französischen  Hofe  zum  wahnsinnigen  Kriege  gegen
den  Kaiser  verlocken,  auf  dessen  Seite  auch  die  deutschen  Reichsfürsten
  standen,  so  daß  Bayern  von  Feinden  umringt  war.
Die  unglückliche  Schlacht  bei  Höchstädt  (13.  August  1704)
(im  jetzigen  Kreise  Schwaben)  lieferte  denn  auch  Bayern  wehrlos
  dem  Kaiser  an's  Messer.  Dessen  Rache  war  schimpflich
grausam.  Der  Kurfürst  floh  nach  Brüssel,  die  Kurfürstin  ward
nach  Venedig  verbannt,  die  Prinzen  wurden,  zu  Grafen  von
Wittelsbach  degradirt,  zuerst  nach  Kärnthen,  dann  nach  Steyermark
  als  Staatsgefangene  abgeführt  und  in  hartem  Gewahrsam
gehalten.  Die  einzige  Prinzessin  ward  in  ein  Kloster  zu  München
gesperrt.  Nichts  erfahren  die  Eltern  von  ihren  Kindern.  Niemand
  darf  sich  ohne  Vorwissen  der  österreichischen  Behörden  den
bayrischen  Fürstenkindern  nähern,  Niemand  vor  diesen  den  Namen
ihrer  Eltern  aussprechen;  sie  selbst  dürfen  nicht  von  Vater  und
Mutter  reden.  Zwei  Prinzen  starben  in  der  Gefangenschaft.

)  Die  Herzogin  von  Orleaus,  eine  pfälzische  Prinzessin,  die  Mutter
des  Regenten  von  Frankreich,  sagt  in  einem  Briefe  vom  6.  Dezember  1721
an  ihre  Schwester,  ein  Jahr  vor  ihrem  Tode:  „Im  kaiserlichen  Rath  ist
man  gar  nicht  serupulös  auf  solche  Sachen,  ohne  der  Kaiser  Wissen  schicken
sie  die  Leute  in  jene  Welt.“  —  Der  holländische  Geschäftsträger  von  Kinschot
hatte  schon  1637  nach  der  gemuthmaßten  Vergistung  des  dem  Wiener  Hofe
sehr  unbequem  gewesenen  Landgrafen  Wilhelm  von  Hessen  Kassel  an  dessen
Wittwe  Amalie  von  Hanau  geschrieben:  „Ce  sont  les  maximes  de  la
muison  d'Antriche  de  faire  monrir  tons  ceux,  qui  les  empechent
qw’ils  ne  parviennent  point  à  leur  prétendue  Monarchie  ct  Tyrannie.“
—  In  Wolf's  „Bayrischer  Geschichte“  heißt  es:  „Man  sah  schon  mit  gewöhnlichen
  Augen,  daß  der  Magen  durch  Erbrechen  sich  von  etwas  Fremdartigen
  erledigen  wollte.  Der  Leibarzt  Don  Luis  wollte  jedoch,  unter  dem
Vorgeben,  der  Kranke  sei  zu  schwach,  kein  Brechmittel  geben.“

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