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Muller,  Keuig  Max  II.

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Treuen,  hingeschlachtet  in  vereinzelten  Gefechten.  Zehn  Jahre
hausten  die  Oesterreicher  in  Bayern.  Dann  mußte  der  Kaiser
doch  den  blutigen  Raub  wieder  fahren  lassen;  der  Kurfürft  sah
sein  Land  wieder;!)  Bayern  ging  doch  nicht  unter,  und  die
Wittelsbacher  blühen  noch  als  ein  königliches  Geschlecht.  Die
Habsburger  aber  sind  längst  vermodert;  ihr  Staat  ist  noch  immer
ein  Problem.  Ja,  „die  Weltgeschichte  ist  das  Weltgericht!“

Das  Aussterben  der  Habsburger  in  Oesterreich  mit  dem
Tode  des  Kaisers  Karl  VI.  am  20.  Oktober  1740  war  wiederum
eine  wichtige  Begebenheit  für  Bayern.  Jetzt  konnten  möglicher
Weise  die  bayrischen  Erbansprüche  auf  die  habsburgische  Hinterlassenschaft
  an  Ländern  theilweise  durchgesetzt  werden,  wenn
kühne  geniale  Männer  das  Unternehmen  anfaßten.  Friedrich  II.
von  Preußen  war  so  einer,  aber  er  besaß  auch  eine  trefflich  gedrillte
  Armee  und  ausgezeichnete  Unterfeldherren.  Allein  weder
Bayerns  Kurfürst  Karl  Albert  noch  irgend  einer  seiner  Generale
  hatten  große  Talente,  weder  im  Felde  noch  im  Rathe.
Allerdings  herrschte  in  Oesterreich  ein  Weib,  das  beim  Tode
ihres  Vaters  kein  Geld  und  keine  gerüsteten  Heere  vorfand.
Aber  dieses  Weib  ist  Maria  Theresia,  und  Oesterreich  gleicht
einem  Riesen,  der  nur  eben  seine  Rüstung  abgelegt  hat.  Bayern
dagegen  blutet  noch  aus  tausend  Wunden,  die  ihm  Max  Emanuels
  Regierung  geschlagen.  Das  kleine  Land  überschuldet,
entvölkert.  Die  Armee  klein;  und  ihr  Feldherr,  Graf  Törring
hatte,  wie  Hormayr  sagt,  die  Aehnlichkeit  mit  einer  Trommel,
daß  man  von  ihm  nur  hörte,  wenn  er  geschlagen  wurde.  Karl
Albert,  der  eille  Mann,  nach  dem  leeren  Schatten  der  Kaiserkrone
  haschend,  gewahrte  nicht,  daß  er  nur  der  Spielball  preußischer
  und  französischer  Interessen  sei,  überhörte  die  Bitte  der

1)  Kurfürst  Max  Emannel  zog  mit  seiner  Familie  1715  am  10.  April
Nachts  eilf  Uhr  wieder  in  München  ein.  Eine  Münze  ward  zum  Gedächtnuiß
  geschlagen.