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Landstände,  achtete  nicht  auf  die  Mahnung  seines  Kanzlers  Unertl,
sich  den  Lockungen  Frankreichs  zu  verschließen.  Vergebens
waren  selbst  die  Warnungen  des  Papstes.  So  kam  es,  wie  es
jeder  Vernünftige  vorausgesehen.  Das  überraschte  Oesterreich
hatte  sich  bald  gerüstet.  Sieg  gewohnte  Feldherren  führen  seine
Heere,  und  die  Bayern,  welche  im  ersten  Anprall  das  Erzherzogthum
  Oesterreich  und  das  Königreich  Böhmen  erobert  hatten,
werden  nun  in  sechs  Tagen  zurückgetrieben.  Ja,  einen  Tag
nachdem  der  Kurfürst  als  Kaiser  Karl  VII.  zu  Frankfurt  gekrönt
  ist,  zwingen  die  Oesterreicher  München  zur  Uebergabe
(am  13.  Februar  1742).  Wie  der  Vater  heimathlos  vom  Almosen
  Frankreichs  gelebt  hatte,  so  muß  auch  der  Sohn  seine
Wohnung  zu  Frankfurt  am  Main  aufschlagen  und  als  Schattenkaiser
  sich  von  Frankreichs  König  Erniedrigungen  gefallen
lassen.  Bayern  ward  wieder  österreichisch.

Wie  die  Oesterreicher  in  Bayern  hausten,  davon  gibt  uns
ein  Bericht  des  österreichischen  Generals  Khevenhüller  an
Maria  Theresia  ein  gelungenes  Bild.  „Die  Freicorps  —  meldet
er  —  übten  vielfältig  Mordbrennerei  aus  bloßer  Lust.  Sie  haben
Unschuldige  nach  Belieben  an  die  Stadtthore  oder  an  die  nächsten
Bäume  gehangen,  Kirchen  beraubt  und  heilige  Gefäße  verunreinigt,
  zertrümmert,  Gold  und  Silber  und  Edelsteine  der  Kirchen
an  Juden  verschachert  —  sie  haben  die  Bauern  der  bairischen
Landfahnen  mit  abgeschnittenen  Nasen  und  Ohren  nach  Hause
geschickt,  ehrbaren  Frauen  und  Mädchen  auf  den  Rücken  der  gebundenen
  Hausväter  Gewalt  angethan  und  alsdann  noch  in  die
Flammen  geschleudert,  Säuglinge  aufgespießt  und  den  Hunden
vorgeworfen.“

Karl  Albert,  schnell  von  seinen  Bundesgenossen  verlassen,
von  ihnen  nur  unterstützt,  wenn  es  ihr  eigener  Vortheil  gebot,
erlebte  das  Ende  des  Krieges  nicht.  Zwar  vergönnte  ihm  eine
Laune  des  Glücks  in  seiner  Hauptstadt  München  zu  sterben

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