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(20.  Januar  1710),  aber  schon  wenige  Tage  darnach  mußte  sein
achtzehnjähriger  Sohn  und  Nachfolger  Max  III.  Joseph  flüchtig
gehen.  Doch  schloß  dieser,  gedrängt  von  seiner  österreichischen  Mutter,
  der  häßlichen  frommen  Amalie,  bald  darauf  (am  22.  April  1745)
zu  Füßen  am  Lech  den  Frieden,  der  Bayern  alle  seine  Ansprüche
  auf  die  österreichische  Erbfolge  nahm  und  das  Kurfürstenthum
  unter  Belassung  der  äußern  Selbständigkeit  thatsächlich  in
eine  österreichische  Provinz  verwandelte.  Später  pflegte  Max  III.
zu  äußern:  „Ich  verstand  damals  von  Allem,  was  vorging,  gar
nichts.“  —  Es  war  aber  die  Zeit,  wo  Deutschland  sich  in  eine
doppelte  Oberherrschaft  aufzulösen  begann,  in  die  Oesterreichs
und  Preußens.  Allerdings  schien  das  Schicksal  einst  Bayern
bestimmt  zu  haben,  für  den  deutschen  Süden  das  zu  werden,
was  Preußen  dem  Norden  Deutschlands  ist.  Der  Wink  des
Schicksals  ist  nicht  verstanden  worden.

Bayern  lag  da  erschöpft,  entvölkert,  verarmt,  verwildert
in  Folge  der  Kämpfe  zweier  Generationen.  Kein  Fürst  war
zu  beneiden,  der  die  Erbschaft  Max  Emanuels  und  Karl  Alberts
antreten  mußte.  Kurfürst  Max  III.  that,  was  er  konnte,  und
sein  Volk  nannte  ihn  darum  den  „Guten.“!)  Viel  blieb  freilich
noch  zu  thun  übrig,  aber  der  nationale  Baum  grünte  doch  wieder
  und  trieb  manche  fruchtversprechenden  Sprossen.  Darum  ist
Max  III.  gesegneten  Andenkens  gestorben,  das  auch  die  Fehler
seiner  Verwaltung  —  die  allgemeinen  Fehler  der  Zeit,  nicht  zu
verdüstern  vermocht  hat.  Mit  ihm  war  der  Stamm  Ludwigs
des  Bayern  ab  und  todt  (30.  Dezember  1777).  Und  ein
böser  Mehlthau  kam  über  den  nationalen  Baum  und  versengte
die  grünen  Knospen  daran.

1)  Mit  Strenge  begegnete  der  gute  Max  der  Gewaltthätigleit  der  Beamten.
  Ein  vielgeltender  Graf  hatte  einmal  einem  Unterbeamten  zwölf
Stockstreiche  aufmessen  lassen.  Max  entschied:  „Der  Graf  zahlt  ihm  Schmerzengeld,
  für  jeden  Streich  tausend  Gulden."  Der  Graf  mußte  zahlen.

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