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wirken.  Die  Regierung  lag  in  den  Händen  von  Mätressen,
welche  sich  und  ihre  Bastarde  bereicherten,  und  von  feilen  Höflingen,
  welche  sich  eine  abgedankte  „Freundin“  des  Kurfürsten  zur
Gemahlin  erbeten  hatten.  Solche  Regierungsmänner,  vom  bösen
Gewissen  beunruhigt,  witterten  denn  auch  überall  Verschwörer
und  errichteten  eine  politische  Inquisition.  Jede  Gedankenfreiheit
ward  erdrückt,  jeder  wissenschaftliche  Trieb  erstickt,  jedes  Talent
als  Freimaurer  und  Illuminat  gebrandmarkt,  das  Briefgeheimniß
verletzt,  das  Hausrecht  geschändet.  „Die  gelbe  Stube"  im  Schlosse
war  das  Ingquisitionstribunal,  wo  ohne  Vorwissen  der  ordentlichen
  Gerichte  Todesurtheile  gefällt  und  die  von  der  Post  weggenommenen
  Briefe,  manchen  Tag  mehr  als  hundert,  erbrochen
wurden.  Die  Verworfenheit  der  Beamten  stieg  auf  eine  erschreckliche
  Höhe.)  Um  Gunst,  Geld  und  noch  schändlichern
Preis  wurden  alle  Stellen  im  Staate  vergeben,  die  man  überdieß
  noch  im  Voraus  häufig  den  Söhnen,  den  Weibern  und
Töchtern  der  Angestellten  zusicherte.  Der  Briefadel  ward  um
nicht  weniger  als  einhundert  und  neunzig  Familien  vermehrt,
darunter  allein  drei  und  zwanzig  Grafen  in  den  Jahren  1790
und  1792.  Das  Reichsverweseramt,)  (Reichsvicariat)  das
Karl  Theodor  damals  bekleidete,  war  eine  sprudelnde  QOuelle
von  Freiherrubriefen,  die  man  um  Spottgeld  empfing.  Am
Schlusse  des  Vicariats  konnte  man  niedere  Adelsbriefe  beinahe
umsonst,  fast  wie  bloße  Visitenkarten  erhalten.  Das  Hofpersonal
war  eine  Armee,)  und  die  Armee  ein  unbrauchbarer  Soldaten-)

  Der  bayrische  Gesandte  in  London,  Graf  Haslang,  trieb  nebenbei
einen  einträglichen  Theeschmuggel.

*7)  Vom  Tode  eines  Kaisers  bis  zur  Wiederbesetzung  des  Thrones,
oder  in  Abwesenheit  und  sonstiger  Verhinderung  des  Kaisers  ward  das  Reich
von  Reichsverwesern  verwaltet.  Dies  waren  die  Kurfürsten  von  der
Pfalz  und  von  Sachsen.  »

«)Der-HofKarlTheodorsbestand1793auszweitausendeinhundert
und  fünfzig  Personen.  Der  Kurfürst  hinterließ  fünf  bis  sechshundert  Kammerherren,
  während  Friedrich  II.,  Preußens  größter  König,  bei  seinem  Tode

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