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München  ein.  Und  als  ihn  die  Bayern  sahen  in  seiner  stattlichen
  Gestalt,  sein  ganzes  Wesen  voll  Anmuth  und  Leutseligkeit,
in  seinem  Antlitz  Güte,  in  seinen  Worten  und  Handlungen  die
ganze  Huld  der  alten  Bayernfürsten:  jetzt  schlossen  sich  alle
Herzen  auf,  jetzt  lösten  sich  alle  Zungen.  „Welch'  ein  Unterschied
zwischen  dem  verstorbenen  und  jetzigen  Kurfürsten!"  hieß  es.
In  Betreff  dessen,  was  Maximilian  Joseph  für  Bayern
that,  können  wir  uns  kurz  fassen.  Er  schuf  einen  neuen  Staat
auf  den  Grundmauern  der  Gerechtigkeit,  Vernunft  und  der  lang
mißhandelten  Menschenrechte;  er  wandelte  Finsterniß  in  Licht.
Er  machte  die  Leibeigenen  zu  freien  Menschen  und  löste  durch
sein  berühmtes  Religionsedikt  die  Fesseln  der  Gewissen.  Er
machte  die  Unterthanen  zu  Staatsbürgern  und  verkündete  die
Gleichheit  aller  Staatsbürger  vor  dem  Gesetze  und  bezüglich
der  Tragung  der  Lasten.  Er  verstieß  die  Barbarei  aus  den
Gerichtssälen  und  schaffte  die  Folter  ab.  Er  vertrieb  die  Armuth,
  die  Dummheit  und  den  Aberglauben,  welche  an  der  Wiege
des  Volles  saßen  und  sorgte  für  Ackerbau,)  Handel,  Gewerbe
und  setzte  Volksschullehrer  ein  und  rief  gelehrte  Männer  in's
Land.  Er  befreite  Bayern  von  der  Vormundschaft  Oesterreichs
  durch  Annahme  der  Souveränetät  und  Königswürde;
  er  rettete  Bayerns  Selbständigkeit  vor  Oesterreichs
  Einverleibungs-Gelüsten  durch  die  Allianz  mit  Frankreich
  und  Schließung  des  Rheinbundes.:)  Er  vergrößerte  den

)  Von  1799—  1X##  waren  in  Bayern  nicht  weniger  als  111,566
Tagwerk  Land  urbar  gemacht  worden  und  an  der  doppelten  Zahl  wurde
noch  gearbeitet.

:)  Der  Friede  von  Campo  Formio  (1797)  war  eine  von  Frankreich
für  Oesterreich  besonders  veranstaltete  Ausgabe  des  Basler  Friedens  gewesen.
  Den  Friedensvertrag  schloß  Oesterreich,  indem  es  den  einen  Bundesgenossen
  ganz  verschlang  und  sich  in  einem  geheimen  Artikel  versprechen
ließ,  demnächst  Bayern  seiner  schönsten  Besitzungen  berauben  zu  dürfen.
Aber  das  legitime  Kabinet  von  Wien  wurde  schließlich  von  den  Männern
der  Guillotine  zu  Paris  um  die  Bente  geprellt,  und  so  blieb  Bayern  unge-23



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