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neugestalteten  Staat  und  machte  ihn  geachtet  und  bereitete  darin
der  bürgerlichen  Freiheit  eine  Stätte  durch  Verleihung  einer  Verfassung
  mit  Landesvertretung  (1808  und  1818).

schmälert.  Dennoch  nahm  der  Kurfürst  Maximilian  Joseph  an  dem  neuen
Kriege,  den  Frankreich  am  12.  März  1799  „dem  König  von  Ungarn  und
Böhmen“  (nicht  dem  deutschen  Reiche)  erklärte,  als  Bundesgenosse  Oesterreichs
  Theil,  freilich  mehr  den  Drohungen  Rußlands  als  seinen  eigenen
Sympathien  folgend.  Bereits  am  28.  Juni  zogen  die  Franzosen  in  München
  ein,  der  Kurfürst  hatte  flüchten  müssen,  sein  Land  wurde  ausgeplündert
und  mußte  noch  außerdem  sechsunddreißig  Millionen  Franken  für  die  französische
  Armee  aufwenden.  Darauf  gab  Oesterreich  in  dem  Frieden  von
uneville  (1801)  Deutschland  preis  und  bot  die  Hand  zur  zweiten  Theilung
  deutscher  Erde.  Die  erste  Theilung  ist  bekauntlich  im  Westfälischen
Frieden  geschehen.  Preußen  hatte  aber  Deutschland  schon  im  Frieden  von
Basel  verrathen.  Der  deutsche  Reichsverband  war  längst  faktisch  erloschen,
seitdem  sich  die  einzelnen  Staaten  zur  Unabhängigkeit  erhoben  hatten:  da
wurde  er  auch  äußerlich  verwischt  durch  Napolcon.  Bayern  hatte  nur  die
Wahl  von  Oesterreich  verschlungen  zu  werden,  oder  seine  staatliche  Existenz
durch  Anschluß  an  Frankreich  zu  retten.  Die  Wahl  war  nicht  schwer.  Es
entstand  der  Rheinbund.  Bayern  ward  ein  Mitglied  davon  und  sein  Souverän
  nahm  die  königliche  Mürde  au.  So  war  Bayern  vor  dem  Untergang
durch  seinen  stammverwandten  Nachbar  gesichert.  Nur  Dummheit  oder
Böswilligkeit  können  den  Rheinbundsfürsten  einen  Vorwurf  wegen  ihres
Beitrittes  machen.  Oder  hätten  sie  sich  durch  Widerstand  gegen  Napoleon,
den  Allgewaltigen,  von  diesem  zertreten  lassen  sollen?  Wir  Spätgeborne,
die  wir  uns  an  der  Idee  eines  großen  deutschen  Vaterlands  erwärmen,
wir  mögen  es  beklagen,  daß  eine  Reihe  deutscher  Fürsten  gezwungen  war,
unter  den  Flügeln  des  französischen  Adlers  unterzukriechen;  aber  wir  wer
den  gestehen  müssen,  daß  es  nothwendig  war.  Ein  deutsches  Reich  gab  es
nicht  mehr,  denn  Preußen  und  Oesterreich  hatten  sich  schon  zu  Basel  und
Luneville  als  die  Todtengräber  seines  Leichnams  erklärt,  und  eine  deutsche
Nation  gab  es  gar  nicht.  Gegen  wen  also  haben  sich  die  Rheinbundsfürsten
versündigt?  Oder  wer  will  leugnen,  daß  der  Rheinbund  nicht  dem  deutschen
  Bunde  zum  Vorbild  gedient  hat?  —  Im  Rheinbunde  war  das  Prinzip
der  Unabhängigkeit  der  Bundesstaaten  von  einander  festgehalten;  es  sollte
ein  Verein  werden,  der  die  Sicherheit  der  Bundesstaaten  nach  Außen  schützte
und  gewisse  gemeinsome  Negierungsmaßregeln  im  Innern  zusicherte:  —  bieselbe
  Idee,  welche  dem  deutschen  Bunde  zu  Grunde  liegt.  Was  aber  heilsames
  darin  lag,  konnte  unter  Napoleous  Herrschsucht  nicht  keimen.  Ihm
waren  die  Formen  des  Bundes  nur  eine  Art  bequemerer  Centralverwaltung
für  seine  deutschen  Basallen.  Dennoch  ist's  Thatsache,  daß  Napoleon  in  den
Städten  und  Dörfern  Bayerns  als  Beschützer  des  Landes  und  des  ange--

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