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Und  alles  das  hat  König  Max  I.  in  zwanzig  Jahren
vollbracht  und  noch  dazu  in  langer  harter  Kriegszeit.  Aber  gerecht
  ist  es,  auch  seinen  treuen  Gehilfen,  den  Minister  Graf  v.
Montgelas,  zu  erwähnen.

Der  Abend  des  vielbewegten  Lebens  des  ersten  wittels—
bachischen  Königs  von  Bayern  war  ein  heiterer.  Ein  dank—
bares  Volk;  das  vollkommenste  Familienglück;  blühende  Gesundheit;
  Söhne,  welche  die  stolze  Hoffnung  der  Bayern  sind;  Töchter,
welche  die  ersten  Throne  Europa's  zieren;  ein  Enkel,  der  sich
auf  den  Knieen  des  Großvaters  schaukelt;  ein  Tod,  der  ohne
Krankheit  rasch  ein  ruhmvolles  Leben  endet:  —  dieses  Loos  ist
doch  wohl  beneidenswerth.  Es  war  in  der  Nacht  vom  12.  auf
den  13.  Oktober  1825,  als  ein  Schlagfluß  jenes  Herz  still  stehen
machte,  welches  nur  für  das  Glück  des  Volkes  geschlagen  hat.  Aber
die  Werke  des  „alten  Vaters  Max“  haben  ihn  selbst  überdauert.
Den  noch  unvollendeten  Bau  eines  freien  glücklichen  Staates  führten
  seine  Nachfolger  Ludwig  l.  und  Max  II.  weiter.  Langsamer
der  Sohn  —  wegen  der  allgemeinen  reaktionären  Strömung  in
Deutschland  —  rascher  und  in  großartigerer  Auffassung  der  Enkel,
dessen  Leben  die  nachstehende  Darstellung  zu  schildern  versucht.

stammten  Regenten  geehrt  wurde.  Der  Schutz  kostete  viel,  nicht  zu  viel
für  die  Selbständigkeit.  „Lieber  bairisch  sterben,  als  österreichisch  verderben“
—  diese  Gesinnung  war  noch  in  Kraft.  Und  die  Rheiubundsstaaten
sind  die  constitutionellen  Staaten  Deutschlands  geworden.  Hier
hat  die  bürgerliche  Freiheit  nach  dem  Sturze  Napoleons  die  ersten  Keime
legen  können,  hier  ist  der  nationale  Gedanke  gehegt  und  gepflegt  worden,
während  in  den  deutschen  Großstaaten  die  Willkürherrschaft  widrig  üppig
blühte  und  deutsche  Gesinnung  als  Verbrechen  verfolgt  wurde.  Was  aber
die  Erhebung  Bayerns  zu  einem  Königreich  betrifft,  so  war  das  bloße  Zurückversetzen
  in  seine  älteste  Würde  —  also  mehr  eine  Entschädigung  für
seither  Entgangenes,  keine  Belohnung.  Deutsche  Erzfürsten  waren  von  jeher
mit  Königen  gleich  und  Hohenzollern  und  Habsburg  stehen  an  Adel  des  Geschlechtes
  dem  Hause  Wittelsbach  unermeßlich  nach.  Deun  es  ist  bekannt,  wie  namentlich
  Hohenzollern  zu  Land  und  Krone  gekommen  —  durch  ein  Geldgeschäft.

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