Erster  Abschnitt.
Maximilians  Jugendjahre.

Estes  Kapitel.

Das  Komelenjahr  1811.—  Aiederkunsl  der  Kronprinzelsin  Cherese.  —  Jubel.
—  Fause  des  neugebornen  Vrinzen  —  Gutle  Vorbedeutung.  —  Ein  prophetischer
  Hegen.  —  Gedicht  des  Kronprinzen  Ludwig.

m  Jahre  1811  ging  viel  Merkwürdiges  vor  am  Himmel
J  und  auf  Erden.  Ende  März  erschien  ein  großer  Komet,
der  nach  den  Berechnungen  der  Sternkundigen  3065  Jahre  Umlaufszeit

  hat  und  also  wohl  den  Thurmbau  von  Babel  gesehen
haben  mag,  als  er  das  letzte  Mal  am  Himmel  gestanden  war,

1254  Jahre  vor  Christi  Geburt.  Auf  der  Erde  strahlte  einanderer

  Komet,  wie  so  einer  noch  nie  da  gewesen.  Napoleon  I.
stand  damals  auf  dem  Gipfel  seiner  Macht  und  sah  von  da  aus
Europa  zu  seinen  Füßen  liegen.  In  diesem  Jahre  1811  ward
ihm  sein  einziger  Sohn  geboren,  der  schon  in  der  Wiege  „König
von  Rom“  hieß  und  der  Eckstein  für  des  Vaters  Machtgebäude
zu  werden  schien.  In  diesem  Jahre  ist  auch  die  Hoffnung  der
Bayern  erfüllt  worden.  Etwa  zehn  Minuten  nach  drei  Uhr  am
Nachmittag  des  28.  November  wurde  die  Kronprinzessin  Therese
von  Bayern  glücklich  von  einem  Kinde  in  der  königlichen  Residenz

zu  München  entbunden.  Sofort  donnerten  die  Kanonen,  manzählte

  die  Schüsse  —  es  war  ein  Prinz.  Der  Vater  Max  war
Großvater  geworden.  Nun  kam  große  Bewegung  in  die  bayrische

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