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in  der  Erscheinung.  Auf  dem  Katheder  mochte  er  am  Platze
sein;  zum  Erzieher  eines  künftigen  Königs  war  er  nicht  geartet.
Etwa  zwei  Jahre  hatte  er  den  Prinzen  Max  unter  seiner  Obhut.
Aber  dieser  zeigte  zur  großen  Betrübniß  der  königlichen  Familie
mancherlei  Unarten,  war  stolz  auf  seine  hohe  Geburt,  benahm
sich  kalt  und  theilnahmslos  gegen  Eltern  und  Geschwister,  war
vom  Lernen  kein  rechter  Freund  und  stand  an  Fortschritten  des
Wissens  seinem  jüngern  Bruder  Otto  weit  nach.  Er  war  aber
ein  außerordentlich  hübscher  Knabe,  darum  verhätschelte  ihn  die
Mutter,  so  viel  sie  eben  konnte.

Es  war  doch  gewiß,  ein  edles  Gemüth  mußte  in  dem
schönen  Knaben  wohnen.  Er  hatte  die  Blumen  so  lieb  und  die
freie  Gottesnatur  und  spielte  so  lustig  mit  andern  Knaben  im
Hofgarten  zu  Würzburg.  Und  als  sein  Schwesterchen  Theodelinde
gestorben  (12.  April  1817),  hatte  er,  noch  nicht  sechs  Jahre
alt,  bitterlich  an  ihrem  Sarge  geweint.

Eines  Tages  im  Sommer  1819,  den  er  auf  dem  Lustschloß
  Veitshöchheim  bei  Würzburg  verlebte,  sah  er  in  dem
dortigen  Garten  dem  Hofgärtner  Oth  beim  Okuliren  junger
Bäume  zu  und  wollte  endlich  selbst  auch  okuliren.  Sein  Versuch.
gelang  wirklich.  Das  eingeimpfte  Reis  sproßte  und  wuchs,  das
Bäumchen  ward  zum  Baum  und  trug  im  Herbste  des  Jahres
1842  die  ersten  Aepfel.  Beim  Vermählungsbankett  des  Kronprinzen
  Max  in  demselben  Jahre  prangten  unter  den  Leckerbissen
der  königlichen  Tafel  auch  einheimische  Aepfel  auf  goldener  Platte,
sogenannte  weiße  Wintercalvillen.  Das  waren  die  Erstlinge  des  von
dem  Kronprinzen  als  siebenjährigen  Knaben  okulirten  Bäumchens.

Um  dem  Prinzen  sein  schüchternes,  etwas  eckiges  Wesen
im  Auftreten  zu  benehmen,  beschloß  die  königliche  Familie  ihm
einen  feingebildeten,  charakterfesten  und  sittenreinen  Cavalier  als
Erzieher  zu  geben.  Die  Wahl  fiel  auf  den  Hauptmann  im
Generalstab,  Baron  von  Hohenhausen,  gleich  hochgeachtet  in  der

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