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Armee  als  Soldat  und  Edelmann  und  schon  als  neunzehnjähriger
Jüngling  auf  dem  Schlachtfelde  mit  dem  Kreuze  von  Napoleons  J.
Ehrenlegion  dekorirt.  Er  hat  es  denn  auch  verstanden  inner—
halb  zwei  Jahren  (1822—  1824)  das  Wesen  des  Prinzen  zu
veredeln,  dessen  Gemüth  so  bildsam  war,  wie  geläutertes  Wachs,
und  nur  der  formenden  Hand  bedurft  hat.

Sehr  sinnreich  ist  es,  wie  Hohenbausen  zu  Werle  ging.
Auf  tabellenartig  abgetheilten  Papierbogen  waren  die  Unarten
und  die  Unterrichtsfächer  des  Prinzen  verzeichnet.  Diese  Bogen
hießen  „Franklin'sche  Tabellen;“  warum?  kurz  sie  hießen  so.
An  jedem  Abend,  bevor  der  Prinz  zu  Bette  ging,  hielt  der
Erzieher  mit  ihm  eine  Art  Gewissenserforschung.  Der  Prinz
mußte  nämlich  auf  Ehrenwort  angeben,  wie  seine  Lehrer  an  dem
abgelaufenen  Tage  mit  ihm  zufrieden  gewesen,  ob  er  Lob  oder
Tadel  erhalten  habe.  War  er  über  etwas  getadelt  worden,  so
machte  der  Erzieher  einen  schwarzen  Strich  mit  Bleistift  in
der  einschlägigen  Rubrik,  aber  einen  dicken  rothen  Strich,
da  wo  es  Lob  gegeben.  Auf  diese  Weise  wurden  dem  Zögling
Lob  und  Tadel  noch  einmal  bei  Tagesschluß  vor  die  Seele
geführt,  und  wenn  am  Ende  des  Monats  der  Bogen  voll  war,
sah  der  Prinz  seinen  geistigen  Zustand  bildlich  dargestellt  in  den
schwarzen  und  rothen  Strichen.  Die  erstern  gefielen  ihm  gar
nicht  und  just  das  sollte  bezweckt,  das  Ehrgefühl  sollte  in  ihm
geweckt  werden.  Von  da  ab  mehrten  sich  die  rothen  Striche,
immer  rother  wurden  die  Bogen  zur  großen  Freude  des  Prinzen,
zur  noch  größeren  seines  Erziehers,  seiner  Eltern,  und  seines
Großvaters,  des  Königs.

Rührend  ist  es,  wie  sich  die  Vaterliebe  des  Kronprinzen
Ludwig  ausspricht  in  seinen  eigenhändigen  Briefen  an  den  Erzieher
  seines  Erstgebornen.  Es  sind  goldene  Worte,  die  dem
nachmaligen  König  zu  nicht  minderer  Ehre  gereichen,  als  die
steinernen  Prachtbanten,  die  seinen  Kunstsinn  verkünden.  So

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