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finden  wird  und  welcher  dabei  auch  äußerlich  mit  reichen
Gaben  geziert  ist,  welche  Liebe  gewinnen  und  festhalten.
Meinem  nachbarlichen  Freunde  Schelling  muß  ich  täglich
von  dem  Kronprinzen  Maximilian  erzählen,  an  welchem  sein
Herz  mit  ganz  besonderer  Liebe  hängt  und  an  dessen  geistiger
Entwicklung  er  recht  lebendigen  Antheil  nimmt.“!!)

Am  besten  charakterisirt  sich  der  Kronprinz  selbst:  „Mein
Großvater  ist  mein  Ideal“  —  äußerte  er  oft.

An  seinem  siebenzehnten  Geburtstage  empfing  er  die  Glückwünsche
  des  ganzen  königlichen  Hofes  und  erhielt  nunmehr  seine
eigenen  Gemächer  in  der  königlichen  Residenz,  sowie  einen
Oberhofmeister  in  der  Person  des  Generals  Baron  von  Werrneck.
Bei  seinem  Eintritte  in  das  achtzehnte  Lebensjahr  ward  er  unter
die  Hubertusritter  ausgenommen  und  erhielt  vom  Könige  von
Würtemberg  den  Orden  der  würtembergischen  Krone  (24.  Dezember
  1828).  In  jenem  Winter  nahm  er  zuerst  Theil  an  den
Hofschlittenfahrten,  bei  denen  die  Cavaliere  selbst  kutschirten,
und  er  führte  seine  Dame  mit  Sicherheit  und  Gewandtheit.
Auch  spielte  er  in  den  Privattheatern  des  Hofes  und  der  hohen
Aristokratie  und  ritt  mit  in  den  zur  äußern  Bildung  der  jungen
Cavaliere  bei  Hofe  veraustalteten  Caroussels.  Aber  nichts  ging
ihm  über  die  Jagd  und  die  freie  Natur,  in  die  er  hinausseilte,
so  oft  er  konnte.  Ende  April  1829  uülternahm  er  mit  seinem
Bruder  Otto  eine  Tour  in's  bayrische  Hochland.  Ein  winterlicher
Mai  verkümmerte  die  Freude.  Die  Bäume  waren  weiß  von
Schnee  und,  statt  daß  die  Lerchen  zwitscherten,  orgelte  der  Sturmwind
  aus  vollen  Registern.  Doch  ist  diese  Reise  bedeutungsvoll
geworden.  Ihr  verdankt  das  Hochland  seine  Zierde,  das  Schloß
Hohenschwangau.

Nach  München  zurückgekehrt,  ward  der  Kronprinz  mit

!)  Schubert's  Selbstbiographie,  Erlangen  18•56.