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seiner  Schwester  Mathilde  in  der  Residenz-Hofkapelle  von  dem
Erzbischof  Freiherrn  von  Gebsattel  gefirmt  (31.  Mai).  Prinz
Karl  und  die  Herzogin  von  Leuchtenberg  waren  Pathen.

Den  Sommer  über  verweilte  Maximilian  mit  der  königlichen
  Familie  theils  im  Bad  Brückenau,  theils  in  Berchtesgaden.
Hier  in  dem  friedlichen  Gebirgsthale,  in  das  gar  ernst  der
Watzmann  hineinschaut,  gefiel  es  ihm  besonders  wohl.  Es  war
die  letzte  Sommerfrische,  die  er  unter  den  Mutteraugen  genoß.
Nächsten  Herbst  sollte  er  hinaus  in  die  Fremde,  die  Universität
zu  Göttingen  beziehen,  wo  auch  sein  Vater  studirt  hatte.  Am
10.  Oktober  wohnte  er  noch  einer  Jagd  bei  Freising  an  und
reiste  am  18.  Oktober  1829  in  Begleitung  des  Grafen  von
Fugger-Kirchheim-Hohenegg  nach  Göttingen  ab.  Rührend  ist
der  Abschied  von  der  königlichen  Mutter  in  Tegernsee  gewesen.

Der  erste  selbständige  Ausflug  vom  Hause  der  Eltern  weg
in  die  Fremde,  wenn  diese  auch  noch  so  nah  ist,  macht  in  jedes
Menschen  Herz  einen  bleibenden  Eindruck.  Hier  setzt  sich  der
Jüngling  einen  Markstein  an  seiner  Lebensbahn.  Lange  brennen
die  Thränen  der  Mutter  auf  den  Wangen  und  klingen  die  Mahnworte
  des  Vaters  im  Geiste  nach.  Der  Kronprinz  von  Bayern
ging  wohl  ausgerüstet  vom  Elternhause  fort.  Sein  geistiger  Zustand
  spiegelt  sich  in  folgendem  Briefe  an  seinen  ehemaligen  Erzieher
  Hohenhausen:

„Brückenau,  den  25.  Juny  1829.
Lieber  Baron!

Mit  Freude  ergreife  ich  diesen  freyen  Augenblick  Ihnen  für
das  mir  sehr  werthe  Geschenk  zu  danken.  —  Man  hätte  mir
wirklich  keine  angenehmere  Ueberraschung  machen  können,  als
durch  das  Bildniß  meines  großen  Ahnherrn  Maximilian;  #)
—  das  Basrelief  ist  sehr  schön  gearbeitet,  und  läßt  auf  eine

)  Maximilian  I.,  der  große  Kurfürst,  der  Heerführer  der  katholischen
Liga  im  dreißigjährigen  Kriege.

(6#rt—

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