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der  Krouprinz  auf  wenige  Tage  zu  seinen  erlauchten  Eltern  nach
Brückenau  in  das  anmuthige  Sinn-Thal.

Als  er  am  Schlusse  des  Studienjahres  von  Göttingen  am
7.  September  in  Berchtesgaden  bei  der  königlichen  Familie  eintraf,
  wurden  Alle,  die  ihn  sahen,  überrascht.  Er  war  in  der
Abwesenheit  größer  und  schöner  geworden.  Aus  den  großen
blauen  Angen  schauten  Geist  und  Gemüth,  wie  aus  offenen
Fenstern,  heraus.  Die  Würde  und  der  Anstand  seines  Wesens
erwarben  ihm  die  Zuneigung  der  Männer  und  die  Bewunderung
der  Frauen.  Seine  Mutter,  die  Königin  Therese,  war  ganz  selig.

Das  nächste  Studienjahr  sollte  Maximilian  in  Berlin
zubringen.  In  den  ersten  Tagen  des  Oktober  1830  reiste  er
von  Berchtesgaden  über  Regensburg,  Nürnberg,  Bamberg  2c.
dahin  ab.  Diesmal  war  er  von  dem  Freiherrn  von  Besserer,
Oberst  des  General-Quartiermeisterstabes,  begleitet.  Etwa  um
dieselbe  Zeit  gab  es  in  vielen  Städten  Deutschlands  Tumulte.
In  Braunschweig  war  sogar  der  regierende  Herzog  verjagt,  sein
Schloß  eingeäschert  worden.  Als  der  Krouprinz  von  Bayern
am  2.  Oktober  in  Regensburg  ankam,  verbreitete  sich  die  Nachricht
  hievon,  trotz  seines  strengen  Incognito  als  Graf  von
Werdenfels,  wie  ein  Lauffeuer  so  schnell.  Es  entstand  eine  Art
Volksauflauf,  aber  nur  um  dem  Königssohne  zuzujubeln.  Seine
Erscheinung  zündete.

Zu  Berlin  empfing  er  am  29.  Oktober  den  Rektor  nebst
einigen  Professoren  der  Friedrich-Wilhelms  Universität  in  besonderer
  Audienz,  zeichnete  sich  als  Kronprinz  von  Bayern  in  das
Album  der  Universität  ein  und  erhielt  die  Matrikel.  Sofort
machten  ihm  auch  die  in  Berlin  studirenden  Bayern  ihre  Aufwartung
  und  wurden  von  ihrem  erlauchten  Comilitonen  mit
würdevoller  Herzlichkeit  aufgenommen.  Bald  gab  sein  zwanzigster
Geburtstag  Anlaß  zu  einem  Feste  in  der  preußischen  Königsfamilie.
  Morgens  fuhren  der  König  und  alle  Prinzen  an  seinem

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Muller,  König  Mar  II.  "  5