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Hoͤtel  vor  und  machten  ihm  ihre  Gratulationen.  Mittags  speiste
er  bei  Hofe  und  tanzte  Abends  auf  dem  ihm  zu  Ehren  bei  dem
bayrischen  Gesandten  veranstalteten  Ball.  Alle  in  Berlin  wohnenden
  preußischen  Prinzen  und  Prinzessinen  waren  anwesend.  Der
Kronprinz  Max  amüsirte  sich  sehr.  War's  ihm  doch  eine  neue
Welt.  War  er  ja  jung,  schön,  geistreich,  und  auf  den  „Höhen
der  Menschheit“  stehend  von  Allen  geschmeichelt,  von  den  schönsten
Damen  umflattert,  von  den  berühmtesten  Männern  becomplimentirt.
  Aber  das  charakterisirt  ihn  wieder:  er  hatte  die  Aufmerksamkeit
  gehabt,  auch  mehrere  seiner  studirenden  Landsleute
beim  Balle  einzuführen  und  den  preußischen  Hoheiten  vorzustellen.

Der  Aufenthalt  in  Berlin  war  höchst  einflußreich  auf  die
ganze  Geistes-Richtung  des  Kronprinzen.  Hier  ward  er  mit
den  hervorragendsten  Männern  der  deuischen  Wissenschaft  bekannt,
theils  in  persönlichen,  theils  in  brieflichen  Verkehr  mit  ihnen
tretend.  In  seinem  Tagebuche  zeichnete  er  Alles  auf,  was  nur
einigermaßen  bemerkenswerth  schien,  ganz  kurz,  z.  B.  „Heute
Alexander  von  Humboldt  gesprochen  u.  s.  w.“  Hier  keimten  die
ersten  Gedanken  zu  jenen  Entwürfen,  welche  er  als  königlicher
Beschützer  der  Wissenschaft  so  großartig  angelegt,  so  heilbringend
ansgeführt  hat.  Mit  Eifer  suchte  er  die  Bekanntschaft  der
Aristokraten  des  Geistes.  Durch  Huld  und  Wißbegierde  wußte
er  solche  Männer  zu  gewinnen,  durch  Hochachtung  zu  fesseln.
Besonders  hoch  schätzte  er  den  Historiker  Ranke  und  den
literarischen  Diplomaten  Varnhagen  von  Ense,  den  geistreichsten
aller  Geheimräthe.  So  übertrug  sich  dann  von  deutsch  gesinnten
Männern  auf  ihn  deutsche  Gefinnung  und  von  den  Priestern
der  Wissenschaft  lernte  er  Toleranz  für  die  Ueberzeugungen
Anderer,  namentlich  in  Glaubenssachen.  Auch  in  militärischen
Dingen  bereicherte  er  seine  Kenntnisse.  Noch  während  seines
Aufenthaltes  in  Göttingen  war  er  zum  Generalmajor  im  bayrischen
Heere  ernannt  worden  (Juni  1830).  Jetzt  machte  er  sich  bekannt

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