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eine  geistige  Wiedergeburt,  die  sich  in  ihm  während  dieser  Zeit
vollzog.  Die  Geschichte,  welche  er  so  gut  kannte,  zeigte  sich  ihm
hier  von  ganz  neuer  Seite.  Kein  Wunder.  Hatte  er  doch  ihre
Commentare  vor  Augen.  Es  ist  kein  Leichtes,  das  alte  Rom
ans  dem  neuen  herauszuklauben  und  aus  Trümmern  sich  die
Herrlichkeit  von  ehemals  aufzubanen.  Nur  der  Geweihte  vermag
es,  dem  das  Vergangene  nicht  vergangen  ist,  und  dem  die  Geschichte
  als  das  Pantheon  der  Unsterblichkeit  erscheint,  wo  die
großen  Geister  sich  sammeln  und  einander  ihre  Thaten  erzählen.
Hier  eine  Ruine,  dort  ein  Säulenschaft,  dieser  Torso  eines
Apollo,  jener  Obelisk  —  es  sind  Zengen  entschwundener  Jahrtausende.
  Maximilian  hieß  da  die  Führer  schweigen  und  ließ
die  Steine  zu  sich  reden.  Das  ist  ganz  gewiß:  sein  Geist  hat
in  Rom  ein  ernsteres  Gepräge  ohne  Dürre  erhalten.  Sein
Kunstgeschmack  läuterte  sich  an  den  Meisterwerken  der  alten  und
neuen  Zeit  und  in  der  Peterskirche  lernte  er  begreifen,  was  es
eigentlich  um  die  Baukunst  sei.

Schon  als  Knabe  hatte  er  architektonische  Zeichnungen
entworfen.  In  seiner  reichen  Phantasie  baute  er  Feenschlösser
mit  Hallen  und  Thürmen  und  wußte  sie  leicht  und  lieblich  auf
dem  Papiere  darzustellen,  als  wären  es  versteinerte  Märchen.
Er  baute  mit  lauter  Glasquadern  und  wölbte  Kuppeln  aus
Glas,  über  denen  der  Himmel  ewig  blan  stehe  und  über  welche
die  Sonne  stets  ihr  flüssiges  Gold  ausgieße.  In  Italien  lernte
er  nun  die  Bankunst  von  ihrer  ernsten  Seite  kennen  und  er
merkte,  daß  auch  der  Stein  unter  der  Gewalt  des  rechten
Künstlers  sich  organisch  füge  und  gliedere.  Hier  in  Rom  entwickelte
  sich  sein  Wille  zu  großen  Schöpfungen  auf  dem  Gebiete
der  Kunst.  Aber  das  hatte  er  von  seinem  Vater.

Mitte  März  1832  begab  er  sich  nach  Neapel:  Dort
weilte  auch  der  Herzog  Max  von  Bayern.  Das  war  wieder
eine  andere  Welt,  mit  Rom  gar  nicht  zu  vergleichen.  Die