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Menschen,  die  Thiere,  die  Pflauzen,  die  Lüfte,  die  Wollen  erschienen
  dem  Kronprinzen  anders.  In  Rom  mahnte  Alles  an
die  Vergangenheit  und  beschattete  die  Secle  mit  ernsten  Betrachtungen;
  hier  nur  Leben,  nur  Gegenwart,  die  zum  Genuß
aufstachelt.  Zweimal  blühen  die  Blumen,  zweimal  geben  die
Bäume  Frucht.  Soll  der  Mensch  allein  dürre  sein?  Maximilian
liebte  die  Blumen  und  freute  sich  an  der  schönen  Natur.  Wo
ein  Denkmal  aus  alter  Zeit  in  die  Gegemwart  hereinragt;  wo
nur  immer  eine  von  der  Geschichte  geweihte  Stätte  sein  mag;
wo  die  Natur  eines  ihrer  Wunder  den  Sterblichen  zeigt:  —
der  Kronprinz  Maximilian  hat  es  gesehen,  von  dem  Grabe
Virgils  an  auf  dem  Posilippo  bis  zu  dem  Märchenglanz  der
Grotta  d’Azurro  auf  Capri.  Auch  den  Vesuv  bestieg  er,  den
Todtengräber  ganzer  Städte.  Au  seinen  Abhängen  flossen  noch
glühende  Lavaströme  nieder  von  dem  kurz  vor  Ankunft  des  Kronprinzen
  erfolgten  Ausbruch.  Wie  sonderbar,  daß  sich  in  der
schönsten  Gegend  der  Welt  zugleich  die  Hölle  aufthun  und  ihre
stinkenden  Schwaden  ausbrodeln  muß!  Mit  höchstem  Interesse
durchwanderte  der  Kronprinz  die  Tedtenstädte  Pompeji  und
Herculanum,  welche  derselbe  Vesuv  vor  fast  zweitausend  Jahren
begraben  hat.  Recht  seltsam  gemahnte  es  ihn,  in  den  wieder
ausgegrabenen  engen  Straßen  von  Pompeji  elegante  Chaisen  herumfahren
  zu  sehen.  Die  darin  Sitzenden  —  steife,  von  Beefsteals
triefende  Eugländer  mit  Paviansbärten  —  erschienen  freilich  als
Fanne  gegenüber  den  idealen  Köpfen  der  antiken  Welt.

Der  Kronprinz  hatte  beabsichtigt,  die  Charwoche  in  Rom
zuzubringen,  blieb  aber  in  Neapel,  weil  die  Ankunft  seines  Vaters
bevorstand,  der  denn  auch  am  17.  April  eintraf.  Nur  cinen
Tag  verweilte  König  Ludwig  I.  in  Neapel  und  setzte  dann  seine
Reise  nach  dem  paradiesischen  Inselchen  Ischia  fort,  um  dort  die
Bäder  zu  brauchen.  Auch  nach  der  Rückkehr  des  Königs  aus
Italien  blieb  der  Kronprinz  noch  in  Neapel,  woraus  das  lcere

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