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Gerücht  entstand,  es  sei  zwischen  ihm  und  der  Prinzessin  Marie
Antonie  ein  Heirathsproject  im  Werke.  Erst  Anfangs  Juli  ging
er  nach  Rom  zurück  und  blicb  bis  die  Hitze  ihren  Höhepunkt
erreichte  und  man  Feuerluft  in  Rom  athmete.  Von  der  glühenden
Weltstadt  weg  eilte  er  über  Augsburg  (am  28.  Juli)  nach  der
Nordsee,  dort  am  Strande  von  Doberan  Kühlung  suchend  in
der  urkräftigen  Salzfluth.  Auch  seine  Mutter  und  sein  Bruder
Otto  waren  daselbst  zur  Badekur.  Aber  schon  nach  vierzehn
Tagen  verscheuchte  die  Cholera  die  hohen  Gäste,  und  die  ganze
königliche  Familie  sammelte  sich  nun  in  Brückenau,  von  wo
sie  am  28.  August  nach  Aschaffenburg  übersiedelte.  Von  da
aus  unternahm  noch  der  Kronprinz  mit  Otto  eine  Reise  den
Rhein  hinab  bis  Köln  und  begab  sich  dann  Ende  September
mit  dem  Hofe  zum  Oktoberfeste  nach  München.

Gekräftigt  am  Körper,  bereichert  an  Kenntnissen  und  Erfahrungen,
  kam  er  in  die  Heimath  zurück.  Unter  den  Früchten
dieser  Reise  ist  eine  ganz  besonders  bemerkenswerth,  weil  sie
dem  künftigen  Regenten  sehr  zu  Gute  kam.  Während  seines
Ausenthaltes  in  Rom  war  ein  Aufstand  ausgebrochen,  und  der
Bürgerkrieg  im  Erbtheil  des  heiligen  Petrus  enkbrannt.  Zugleich
  zerstörten  Erdbeben  ganze  Städte  und  machten  das  Elend
unermeßlich.  Tausende  von  obdachlosen  Menschen  schrieen  um
Brod:  ihre  Herrscher  gaben,  den  Papst  ausgenommen,  den  Hungernden
  Redensarten  statt  Brod  und  den  Entblößten  abermals
Redensarten  statt  Kleidung.

Herzog  Franz  IV.  von  Modena,  der  in  der  Eidesformel
seiner  Soldaten  der  „aubetungswürdige  Sonverän“  genannt
ward  und  an  manchen  Häusern  Dächer  und  Mauern  abtragen
ließ,  um  nach  verborgenen  Wassen  zu  spähen  —  dieser  Landesvater
  nannte  in  einem  unterm  15.  März  1832  erlassenen  Edikte
das  Erdbeben  eine  Geißel  Gottes,  weil  sich  seine  Unterthanen
gegen  ihn  böswillig  bezeigten.  Obwohl  der  bayrische  Thronerbe

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