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stadt  mit  Menschen  gefüllt.  Der  Moment  des  Scheidens  ist
endlich  gekommen.  Alles  drückt  sich,  ohne  Unterschied  des  Standes,
um  den  Scheidenden.  Sie  fassen  seine  Hände,  die  er  freundlich
reicht,  und  berühren  seine  Kleider.  —  Der  König  geleitet  ihn
mit  königlichen  Ehren  bis  Benediktbeurn.  Die  Königin  und
seine  Schwester  Mathilde  nehmen  erst  in  Aibling  Abschied.  Hier,
etwa  eine  Viertelstunde  von  den  letzten  Häusern  weg,  gibt  die
Mutter,  unbelauscht  von  profanen  Angen,  dem  Sohne  den
letzten  Kuß.  Es  war  Abends  acht  Uhr  und  sternenhell.  Nur
Maximilian  blieb  bei  dem  trostbedürftigen  Bruder.

Morgens  nach  dem  ersten  Nachtlager  in  Kufstein  ließ  sich
Otto  wieder  mehrere  Stunden  an  Bayerns  Grenze  zurückbringen,
bestieg  einen  Hügel,  von  dem  er  weit  in's  Land  sehen  konnte
und  weilte  lange  dort  wehmüthig  zurückschauend  auf  die  liebe
Heimath.  An  der  Stelle,  wo  der  unwürdigen  Griechen  erster
König  weinend  Abschied  nahm  vom  Vaterlande,  steht  jetzt  ein  Kirchlein,
  genannt  Ottokapelle  zu  Riefersfelden.

In  Florenz  ward  den  königlichen  Brüdern  ein  glänzender
Empfang  von  dem  Großherzog  von  Toskana  bereitet.  Sie
durchwanderten  die  Bildergallerien,  Bücher=  und  Handschriften-Sammlungen
  und  viele  von  den  hundertsiebenzig  Kirchen,  wo
in  einigen  Lasur=  und  Edelsteine  so  leichtsinnig  verschwendet
sind,  als  wären  es  gemeine  Kiesel.  Aber  der  Dom!  Hat  man
denn  einen  ganzen  Berg  von  Marmor  behanen  oder  ist  es  ein
Märchen  nur!  Dazu  die  Lieblichkeit  der  Landschaft,  die  Theater,
und  rasch  war  die  Aufenthaltsfrist  abgelaufen.

Mit  Verwunderung  erblickte  die  alte  Roma  am  20.  Dezember
  1832  des  Morgens  nach  Jahrtausenden  auf  einmal  einen
König  von  Hellas  innerhalb  ihrer  Manern.  Aber  der  heilige
Vater  empfing  mit  der  ihm  eigenen  Huld  die  bayrischen  Königssprossen
  in  feierlicher  Audienz.  In  der  langen  Unterredung
war  es  das  Schicksal  der  Katholiken  in  Griechenland,  was  das

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