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greise  Haupt  der  Christenheit  dem  jungen  Monarchen  an's  Herz
legte.  Andern  Tags  kam  Gregor  XVI.  zum  Gegenbesuch  in
die  Villa  Giardino  di  Malta,  Besitzthum  des  Königs  Ludwig  J.
von  Bayern.  Am  Thorweg  stand  der  bayrische  Gesandte  mit
dem  Reisegefolge.  Der  Kronprinz  kam  dem  Papste  bis  in  den
Hof  entgegen,  während  König  Otto  ihn  auf  der  untersten
Treppenstufe  erwartete.  Im  Empfangssalon  standen  drei  Sessel
von  gleicher  Größe.  Der  Papst  nahm  in  der  Mitte  Platz,  den
König  zur  Rechten,  den  Kronprinzen  zur  Linken.  Ein  rührender
Anblick  —  der  ehrwürdige  Greis  zwischen  den  schönen  Jünglingen.

Am  Weihnachtsabend  wohnten  Beide  in  der  Sixtinischen
Kapelle  der  Messe  des  Papstes  bei  und  am  andern  Morgen
in  der  Peterskirche  dem  Hochamte,  das  der  Papst  in  der  ganzen
Glorie  seiner  Würde  celebrirte.  Von  glänzenden  Festen  weg
wandelten  sie  am  liebsten  ungekannt  zu  den  Denkmälern  der
Vorzeit  und  zu  den  Stätten  der  Kunst  hin.  Dabei  machte  der
Kronprinz  seines  Bruders  Cicerone.

In  Neapel  kam  man  am  2.  Jannar  1833  an.  Eine
vom  Könige  beider  Sizilien  den  hohen  Reisenden  angebotene
Wohnung  ward  höflichst  abgelehnt.  Sie  quartirten  sich  hart
am  Meere  ein,  in  der  Chiaja-Promenade,  am  schönsten  Kai
der  Welt.  Nach  den  üblichen  Besuchen  und  Gegenbesuchen  von
und  bei  dem  königlichen  Hofe,  wohnten  sie  am  5.  Januar  einer
großen,  ihnen  zu  Ehren  veranstalteten  Heerschau  bei  und  tanzten
am  6.  auf  einem  Ball.  Bei  den  Neapolitanerinen,  deren  Augen
so  sengende  Blicke  haben,  erregte  der  König  von  Griechenland
die  schmeichelhafteste  Sensation,  wiewohl  sich  auch  sein  älterer
Bruder  nicht  über  Zurücksetzung  beklagen  konnte.

Es  war  so  schön  in  Neapel  und  doch  war  kein  Bleibens.  Am
10.  Januar  stiegen  die  Brüder  mit  den  Mitgliedern  der  griechischen
Regentschaft  —  Otto  war  noch  minderjährig  —  an  Bord  des
Dampfschifses,  das  sie  nach  Brindisi  bringen  sollte.  Der  Weg