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daß  es  auf  der  bellenischen  Erde  mehr  Räuber  geben  müsse,
als  für  die  Romantik  nothwendig.  Ein  anderweitiger  Uebelstand
  waren  die  schlechten  Nachtquartiere.  Damals  hatte  ganz
Hellas  außerhalb  seiner  paar  Städte  kein  Wirthshaus  in  unserm
  Sinne;  denn  der  griechische  Khan  ist  ein  elender  Raum
für  Karawanenführer  und  Maulthiertreiber,  voll  Schmutz  und
Ungeziefer.  Von  Lebensmitteln  keine  Rede.  So  mußte  deun
der  Königssohn  übel  oder  wohl  am  6.  Mai  zu  Aulona  in
einer  miserablen  Hütte,  am  7.  bei  Andriasena  auf  einem  Dachboden
  übernachten,  wo  Hitze  und  Insekten  die  Nacht  zur  Qual
machten.  Am  8.  aber  übernachtete  er  in  dem  Städtchen  Ka-Grytene,
  das  eine  natürliche  Felsenfestung  ist.  Hoch  auf  einem
Felsenriffe  hängt,  wie  ein  ungeheures  Schwalbennest,  das  seste
Schloß  des  Klephtenhäuptlings  Kolokotroni.  Diese  armselige
Wohnung,  eines  modernen  hellenischen  Raubritters  würdiges
Nest,  hatte  die  Ehre  den  Bruder  des  Landesherrn  zu  beherbergen.
  Maximilian  interessirte  sich  sehr  für  Karytene.  Die  Landschaft
  ist  wildschön  und  gewährt  eine  militärisch  wichtige  und  von
Natur  aus  feste  Stellung.  Der  Heldenkampf  der  Griechen  mit
den  türkischen  Unterdrückern  auf  Morea  hat  in  Karytene  begonnen.

Das  letzte  Nachtlager  ward  in  Tripolizza  gehalten,  in  der
alten  Hauptstadt  von  Morea,  wo  es  der  zerstörten  Häuser  mehr
waren  als  der  ganzen.  Die  Bevölkerung  offenbarte,  wie  in  allen
andern  Orten,  großen  Euthusiasmus  für  den  Bruder  ihres  Königs.
Die  Festlichkeiten  kontrastirten  nur  um  so  greller  mit  dem  allgemeinen
  Elend.  Wohin  auch  der  Kronprinz  den  Fuß  setzte:  überall  unbebaute
  Triften  mit  Trümmern  alter  Größe  und  mit  Brandmalen
des  letzten  Krieges  bedeckt.  Nur  der  lachende  Anblick  der  Natur  milderte
  die  traurigen  Bilder  und  der  Duft  der  Poesie  verklärte  sie.

Um  die  Mittagszeit  am  10.  Mai  kam  der  Kronprinz  in
Nauplia  an.  Hier  hatte  man  Empfangsfeierlichkeiten  veranstaltet
  und  auf  den  Straßen  nach  Argos  und  Milos,  weil  der

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