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Kronprinz  in  diesen  beiden  Richtungen  von  Tripolizza  herkommen
  konnte,  Uhlanen  staffelförmig  aufgestellt,  welche  seine  Annäherung
  durch  Gewehrschüsse  nach  Nauplia  signalisiren  sollten.
Allein  der  Kronprinz,  in  einfach  bürgerlicher  Kleidung,  nur  von
seinem  Hofmarschall,  Oberst  v.  Besserer,  und  dem  neapolitanischen
  Fürsten  Butera  begleitet,  war  seinem  übrigen  Gefolge  um
mehrere  Stunden  vorangeritten  und  kam  unerkannt  bis  an  die
Gemächer  des  Königs.

Man  kann  sich  denken,  daß  das  Wiedersehen  herzlich  war.
Nach  der  Tafel  machte  der  Kronprinz,  trotz  des  scharfen  Rittes
von  Tripolizza  her,  abermals  mit  dem  König  einen  Spazierritt,
von  dem  beide  erst  in  dunkler  Nacht  wieder  in  Nauplia  eintrafen.
  Daselbst  hatte  man  inzwischen,  so  gut  es  gehen  wollte,
eine  Beleuchtung  der  Stadt  veranstaltet  und  ein  Musikcorps
auf  dem  Residenzplatze  aufgestellt.

Für  den  König  Otto  war  die  Anwesenheit  seines  Bruders
ein  frohes  Ereigniß.  Sie  brachte  einige  Abwechslung  in  sein
einförmiges  Leben.  In  seinen  Vergnügungen  darauf  beschränkt,
jeden  Tag,  mit  sparsamer  Auswahl  der  Gegend,  spazieren  zu
reiten  und  zuweilen  nach  der  Scheibe  zu  schießen,  kam  ihm  die
Gelegenheit  sehr  erwünscht,  einige  Bälle  und  Militärmanöver
zu  veranstalten.  Freilich  besaß  die  damalige  Residenz,  eine  kleine
stark  befestigte  Seestadt,  wenig  von  dem,  was  wir  von  einem
königlichen  Hoflager  erwarten.  In  den  engen  Straßen,  von
denen  nur  wenige  gepflastert  waren,  staute  sich  ungeheurer  Schmutz
und  daraus  reckten  sich  ärmliche  Häuser  empor.  Vor  den  Thoren
  überall  Verwüstung,  Sümpfe,  Ruinen,  Raubgesindel.  Aber
die  Pracht  der  Berge  Nauplia's,  das  Meer,  die  Landschaften
mit  dem  warmen  Colorit,  wo

„Lachender  füllt  der  Aether  in  Purpurlicht  die  Gefilde"

und  die  an  Denkmälern  reiche  Umgebung  ließen  den  Kronprinzen