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den  Schmutz  des  Tages  vergessen.  Er  schaute  nur  rückwärts,
dreißig  Jahrhunderte  zurück  in  die  altgriechische  Herrlichkeit,  die
nie  wiederkehrt.  Was  kümmerte  ihn  da  die  Stadt  von  gestern  und
ihre  Bewohner  von  heute,  wo  es  Stätten  gab,  wie  das  „Grab
Agamemnons,“  die  unverwüstlichen  Kyklopenmauern  des  „goldreichen
  Mykenä,“"  oder  die  „stolzen  Wälle  des  starken  Tirynth.“

Eine  ganze  Karawane  von  Lastthieren,  Reitpferden  und
Dienern  sammelte  sich  am  21.  Mai  vor  dem  Königspalaste  in
Nauplia.  Der  König  und  sein  Bruder,  nebst  den  Mitgliedern
der  Regentschaft,  unternahmen  eine  Landreise  nach  Korinth,  zu
den  Ruinen  von  Hermione  und  Trözene,  und  dann  über  Megara
nach  dem  Trümmerhaufen  Athen,  wo  man  eine  neue  Stadt,
die  Hauptstadt  des  Königreichs,  anzulegen  gedachte.  Die  Reise
glich  einem  Triumphzuge,  aber  man  hatte  doch  für  nöthig  erachtet,
  ein  Detaschement  Uhlanen  als  Eskorte  mitzunehmen.

Von  Athen  aus  begab  sich  der  Kronprinz  wieder  auf  das
Meer.  Die  Merkwürdigkeiten  des  Abendlandes  hatte  er  so
ziemlich  gesehen,  nun  wollte  er  die  Wunder  des  Orientes  aufsuchen.
  Von  dem  Genius  der  Kultur  geweihte  Stätten  waren
es,  an  denen  ihn  der  Dampfer  „Francesco“  vorüberführte.  Leibhaftig
  schaute  er  die  Gefilde,  auf  denen  die  Helden  der  Iliade
sich  tummelten:

„Rüstige  Männer  im  Streit,  voll  Wuth  anrennend  und  Mordlust.“

Sein  Fuß  betrat  die  Erde,  auf  der  einst  Troja  gestanden,  und
den  Grabhügel  des  Peliden  am  sigeischen  Vorgebirge.  Da  ging
ihm  ein  anderes  Verständniß  der  homerischen  Gesänge  auf  als
vordem  in  der  Studirstube  der  Heimath.  Nur  die  leidige  Seekrankheit
  fiel  mit  plumper  Prosa  in  die  poetische  Stimmung
des  Reisenden.

Da  wo  sich  die  Wogen  des  schwarzen  Meeres  an  dem
dreieckigen  Vorsprung  der  Ostspitze  Europa's  brechen  und  gleich-—

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Müuller,  Konig  Max  II.  6