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sam  ermattet  von  langem  Laufe  friedlich  das  „goldene  Horn,“
den  schönsten  Hafen  der  Welt,  füllen:  dort  liegt  Stambul
oder  Konstantinopel  auf  den  Rändern  zweier  Welttheile,  so
groß  und  herrlich  von  außen,  so  eng  und  arm  von  innen.
Die  Schwesterstadt  der  ewigen  Roma,  siebenhügelig  wie  jene,
ist  auch  das  Grab  einer  großen  Vergangenheit  wie  jene.  Am
8.  Inni  1833  traf  der  Kronprinz  von  Bayern  als  „Graf  von
Werdenfels“  daselbst  ein  und  nahm  Wohnung  im  österreichischen
Gesandtschaftshotel.

Die  sünfzehn  Tage  seines  Aufenthaltes  verwendete  er
fleißig  den  Inhalt  Konstantinopels  kennen  zu  lernen.  Dazu
gehörten  auch  Spazierfahrten  auf  dem  Bosporus,  der  siebenfach
  gewundenen  ungeheuren  Wasserschlange,  die  zwei  Welttheile
treunt  und  zwei  Meere  verbindet.  Die  historischen  Erinnerungen
  zogen  da  an  seiner  Seele  vorüber,  schnell,  großartig,
mannigfaltig,  wie  die  Wunder  der  Landschaft  an  seinem  Auge:
die  Marmorpaläste  mit  ihrer  geschmacklosen  Pracht,  die  Felsenschlösser
  mit  ihren  riesigen  Kanonen,  die  Kioske  mit  ihren  blühenden
  Gärten  und  düstern  Geheimnissen,  die  Bergwälder  von
Weinreben  und  Granatbäumen  mit  ihren  würzigen  Früchten.

In  dem  reizenden  Thale  Chunkiar  Iskalessi  auf  der
asiatischen  Seite  des  Bosporus  lagerte  damals  die  russische
Hülfsmacht  gegen  den  rebellischen  Pascha  von  Aegypten,  Mehemed
  Ali,  welcher  der  alterschwachen  Pforte  ganze  Provinzen
entrissen  hatte.  Am  16.  Inni  Vormittags  besichtigte  der  Kronprinz
  das  Lager  und  die  Flotte  der  Russen  in  Begleitung  des
russischen  Gesandten.  Mit  allen  seinem  hohen  Range  gebührenden
  Ehrenbezengungen  wurde  er  begrüßt.  Die  Truppen
traten  unter  das  Gewehr,  die  Kriegsschiffe  flaggten  und  feuerten
Breitseiten  ab.  Darauf  fand  große  Tafel  bei  dem  österreichischen
Gesandten,  Freiherrn  v.  Stürmer,  statt.

Auf  einer  Terrasse  seines  Gartens  mit  der  Aussicht  auf

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