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Kunde  der  Wiedergenesung  die  Gemüther  entlastete.  Der  Kronprinz
  hatte  längere  Zeit  nach  dem  Gebrauche  der  Heilquellen
von  Parad  ein  Schloß  bewohnt,  dessen  Umgebung  sumpfig
war.  Die  giftigen  Schwaden,  welche  von  der  Hölle  selbst  destillirt
  zu  werden  scheinen,  sollen  in  dem  Kronprinzen  den
Typhus  erzeugt  haben.  Er  ward  von  seinem  Leibarzte  Dr.
Gietl  behandelt.  Mit  dem  Leben  ist  er  davongelommen;  da—
gegen  blieb  sein  ohnedieß  reizbares  Nervensystem  für  immer
gestört,  so  daß  ihn  von  da  an  heftige  Kopfschmerzen  marterten,
  mit  kleinen  Pausen  sein  Leben  lang.  Nur  in  Italien
fand  er  in  der  Folge  Linderung;  deßhalb  weilte  er  dort  so  gerne.
Während  also  Oesterreich  sein  Leben  verkürzte;  hat  es  ihm
Italien  verlängert.

Nach  seiner  Rückkehr  aus  den  österreichischen  Staaten  —
am  11.  Oktober  1835  Abends  kam  er  in  München  an  —  begann
  ein  nener  Abschnitt  in  seiner  Lebensgeschichte.  An  die
Stelle  Wendlands,  der  sich  unverschuldet  die  Unzufriedenheit
des  Königs  Ludwig  zugezogen,  ward  der  jetzige  Ministerial=  und
Geheimrath  Dr.  Seb.  Daxenberger  gesetzt.  Mit  Ernst  faßte
nun  der  Kronprinz  seinen  Beruf  auf,  mit  Eiser  ging  er  daran,
sich  hiezu  vorzubereiten.  Durch  seine  Universitätssindien  war  er
mit  den  QOuellen  der  Wissenschaft  bekannt  und  durch  seine  langen
und  weiten  Reisen  sah  er  sich  in  den  Stand  gesetzt,  an  dem
Zustande  fremder  Länder  und  Völker  die  Wirkungen  der
Grundsätze  ihrer  Regierungen  zu  sehen  und  den  Geist
derselben  aus  ihren  Grundsätzen  kennen  zu  lernen.  Einsicht
  und  Erfahrung,  die  Cardinalbedingungen  für  einen  Regenten,
besaß  er  in  mehr  als  gewöhnlichem  Maße.  Nun  grub  sein  forschender
  Geist  in  die  Tiefe  der  Wissenschaft,  nach  dem  philosophischen
  Wissen  des  Göttlichen.  Seinem  Bedürfnisse  kam  der
Philosoph  Schelling  zu  Hilfe.

Die  Bekanntschaft  des  Kronprinzen  mit  Schelling  ist  in

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