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Musen  und  der  Natur  lebend.  Dabei  setzte  er  die  ernsten  und
angestrengten  Arbeiten  des  letzten  Winters  fort.  Seine  Thätigkeit
  erstreckte  sich  auf  das  Studium  aller  Zweige  der  Staatswissenschaften,
  worüber  ihm  von  den  ersten  Staatsmännern
Bayerns  Vorträge  gehalten  wurden.  Täglich  arbeitete  er  mehrere
  Stunden  mit  dem  Ministerialrathe  (jetzt  Staatsrath)  Berks
und  unterrichtete  sich  mit  Gewissenhastigkeit  über  den  jeweiligen
Stand  der  geistigen  und  materiellen  Interessen  aller  Theile  des
Königreichs.  Hiebei  bot  ihm  sein  auf  den  großen  Reisen  gesammelter
  Schatz  von  Beobachtungen  reichen  Stoff  zu  den  belehrendsten
  Vergleichungen.

Seine  Heiterkeit  wuchs  mit  der  Thätigkeit.  In  seinen
Erholungsstunden  leitete  er  die  Ausschmückung  des  Schlosses
Hohenschwangau  bis  in  die  kleinsten  Einzelheiten.  Seine  Anordnungen
  beurkundeten  eine  seltene  Kenntniß  des  Mittelalters,
eine  bewunderungswürdige  Reinheit  und  Eleganz  des  Geschmacks.
Er  war  das  Haupt  der  vielen  dort  arbeitenden  Künstler,  und
ihre  vielfache  Wirksamkeit  fand  in  seiner  Leitung  ihre  harmonische
Einigung.  Dazwischen  wurden  längere  Fußwanderungen  in  die
malerischsten  Gebirgspartien  unternommen.

Ein  Berliner  Blatt,  die  Haude=  und  Spener'sche  Zeitung
meldet  unterm  30.  Juli  1836:

„Von  deu  Neigungen,  denen  sich  der  Kronprinz  von
Bayern  in  Musestunden  hingibt,  zeigt  zunächst  der  Bau  des
Schlosses  Hohenschwangau.  Dieser  Kunstrichtung  schließt  sich
eine  lebhafte  Theilnahme  an  der.  schönen  Literatur  aller
Nationen  an,  und  nur  der  hohe  Grad  von  Bescheidenheit,
  welche  eine  der  liebenswürdigsten  Eigenthümlichkeiten
des  Prinzen  ausmacht,  ist  Schuld  daran,  daß  seine  eigenen,
sehr  gelungenen  Poesien  bis  jetzt  verborgen  geblieben  sind.
Von  hohem  Interesse  ist  ihm  auch  das  Studium  der  lebenden
Sprachen,  deren  er  mehrere  mit  Eleganz  spricht  und  schreibt."

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