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den  Feldmanövern  nahm  der  Kronprinz  persönlich  Antheil,
indem  er  am  10.  September,  wo  eine  Schlacht  im  Schmutterthale
  dargestellt  wurde,  sein  Regiment  zum  Sturm  auf  die  waldigen
  Höhen  des  Kobel  führte.  Dann  reiste  er  nach  Berlin,
um  dort  dem  russischen  Herrscherpaar  die  Abschiedsgrüße  der  bayrischen
  Königsfamilie  zu  bringen.

Als  er  am  17.  September  im  königlichen  Schlosse  zu
Potsdam  kaum  bei  den  allerhöchsten  Herrschaften  eingetreten
war,  rief  ihm  Zaar  Nifolaus  schon  entgegen:  „Was  macht  der
Papa?  Hat  er  seinen  Wolf  von  der  letzten  Revue  schon  angebracht?“
  —  Dieser  Scherz,  der  stark  nach  Juchten  roch,  hat  das
Zartgefühl  des  Kronprinzen,  wie  er  sich  selbst  geäußert,  sehr
angewidert,  aber  er,  taktvoller  als  der  Zaar,  ließ  nichts  davon
  merken.

Sein  Aufenthalt  dauerte  bis  10.  Oktober.  Es  ist  charakteristisch,
  was  eine  Berliner  Zeitung  anläßlich  seines  Besuchs
der  dortigen  Kunstausstellung  in  Begleitung  des  Zaaren  berichtete:
  „Dem  Kronprinzen  von  Bayern  konnte  man  das  Interesse
ansehen,  das  er  an  den  Gegenständen  der  Kunst  nahm.“  Ob
man  es  auch  dem  Zaaren  ansah?  —  davon  ist  nichts  gemeldet.

Es  war  im  Werke  gewesen,  den  Kronprinzen  von  Bayern
mit  der  Großfürstin  Olga  von  Rußland  —  jetzige  Königin  in
Würtemberg  —  zu  vermählen.  Schön  war  sie,  aber  der  Kronprinz
  hat  von  jeher  die  farbenstolzen  Tulpen  ohne  Duft  den
Veilchen  nachgesetzt.  Dagegen  wäre  er  vielleicht  nicht  abgeneigt
gewesen,  die  schöne  und  kunstsinnige  Prinzessin  Clementine,
eine  Tochter  des  französischen  Königs  Lonis  Philipp  zu  heirathen.
Dieselbe  war  in  München  gewesen,  hatte  da  die  Kunstbauten
besehen  und  durch  ihr  ganzes  Wesen  im  Verein  mit  ihren  kunstverständigen
  Bemerkungen  einen  angenehmen  Eindruck  auf  den
geistesverwandten  Kronprinzen  gemacht.  Aber  es  ist  erlogen,
daß  er  eine  tiefere  Neigung  für  sie  gefaßt  gehabt  hätte.

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