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junges  Leben  vertrauert  hat.  Wie  früher  das  tragische  Geschick
Conradins,  so  ward  ihm  nun  auch  das  Unglück  dieses  Hohenstaufensprößlings
  Motiv  zu  einem  Gedichte  voll  tiefer  Empfindung.


Ueber  Florenz  reisend,  traf  er  am  3.  Februar  1839  mit
seinem  Gefolge  in  Rom  ein  und  empfing  alsbald  in  der  Villa
Malta  die  anwesenden  Bayern.  Seine  Ankunft  hatte  sich  verzögert,
  weil  er  von  der  großen  Landstraße  abgebogen  war  und  das
seitwärts  gelegene,  an  Kunstschätzen  des  Mittelalters  und  Schönheiten
  der  Natur  so  reiche  Orvieto  besucht  hatte.  Andern  Tags
nach  seiner  Ankunft  in  Rom  machte  er  dem  heiligen  Vater,
Gregor  XVI.,  seine  Aufwartung  und  empfing  von  ihm  am
Schlusse  ihrer  lebhaften  Unterredung  den  apostolischen  Segen.

Bereits  drangen  die  Maasliebchen  wie  Ameisen  aus  dem
Boden.  Lorbeer=  und  Mandelbäume  blühten,  und  der  Judenbaum,
  bei  uns  nur  als  Krüppelgewächs  in  Treibhäusern  fortkommend,
  in  Rom  aber  stangenähnlich  hoch  dastehend,  beklcidete
sich  über  und  über  mit  dem  schönsten  Violett,  seine  Schmetterlingsblumen
  unmittelbar  aus  dem  Stamm  hervortreibend.  Dazu
herrliches  Wetter,  würzige  warme  Lüfte  —  was  Wunder,  wenn
die  Tollheit  des  Carnevals,  der  acht  Tage  vor  Aschermittwoch
beginnt,  selbst  besonnene  Menschen  erfaßt?  Nie  schwang  Prinz
Carneval  muthwilliger  seine  Pritsche  als  in  diesem  Jahre.  In
die  Zeit  seiner  Herrschaft  fiel  der  Krönungstag  des  Papstes  und
viele  vornehme  Fremde  waren  herbeigekommen.  Auch  die  beiden
  künftigen  Thronfolger  von  Bayern  und  Rußland  theilten  die
allgemeine  lustige  Trunkenheit.

Bald  sah  man  sie  in  zahlreichem  Gefolge  von  einem  offenen
  Omnibus  herab  Confetti  und  Blumen  verschwenderisch  ausschütten,
  bald  hatten  sie  auf  einem  Balcon  ihren  Platz  genommen,
  von  wo  sie  unter  dem  Beifall  einer  zahlreichen  Corona
gegen  die  vorüberfahrenden  Damen  herzengewinnenden  Krieg