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führten.!)  Nach  der  Verschiedenheit  des  Alters  trug  der  bayrische
  Prinz  mehr  das  Gepräge  der  Erfahrung  und  den  Wieder-1)

  Wahrscheinlich,  sagt  Göthe,  hat  einmal  zufällig  eine  Schöne  ihrem
vorbeigehenden  guten  Freund,  um  sich  ihm  unter  der  Menge  und  Maske
bemerklich  zu  machen,  mit  verzuckerten  Körnern  (TConsetti)  angeworfen,  da
denn  nichts  natürlicher  ist,  als  daß  der  Getrofsene  sich  umkehre  und  die  lose
Freundin  entdecke.  Dieses  ist  nun  ein  allgemeiner  Gebrauch,  und  man  sieht
oft  nach  einem  Wurfe  ein  Paar  freundliche  Gesichter  sich  einander  begegnen.
Allein  mau  ist  theils  zu  haushälterisch,  um  wirkliches  Zuckerwerk  zu  verschwenden,
  theils  hat  der  Mißbdrauch  desselben  einen  größern  und  wohlfeilern
  Vorrath  nöthig  gemacht.  Es  ist  nun  ein  eigenes  Gewerbe,  Gypszelllein
in  großen  Körben  zum  Verkauf  mitten  durch  die  Menge  zu  tragen.  Niemand
ist  vor  einem  Angriff  sicher;  Jedermann  ist  im  Vertheidigungsstande,  und
so  entsteht  ans  Muthwillen  oder  Nothwendigkeit,  bald  hier  bald  da  ein  Zweikampf,
  ein  Scharmützel  oder  eine  Schlacht.  Fußgänger,  Kutschenfahrer,
Zuschauer  aus  Fenstern,  von  Gerüsten  oder  Stühlen  greifen  einander  wechselweise
  an  und  vertheidigen  sich  mit  Confetti.  Die  Damen  haben  vergoldete
  und  versilberte  Körbchen  voll  dieser  Körner  und  die  Begleiter  wissen
ihre  Schönen  sehr  wacker  zu  vertheidigen.

Göthe  erwähnt  mit  keiner  Silbe  die  Blumen,  und  doch  spielen  diese
jetzt  die  Hauptrolle.  Ich  glaube  nicht  zu  viel  zu  sagen,  berichtet  ein  Augenzeuge
  der  Angsburger  Allgemeinen  Zeitung,  wenn  ich  die  Zahl  der  Blumensträuße,
  die  täglich  auf  dem  Corso  von  der  Straße  nach  den  Fenstern,
von  den  Feustern  nach  den  Straßen,  von  den  Wagen  nach  den  Balconen
und  Bogen  als  Kreuz-  und  O  erfener  flogen,  auf  eine  halbe  Million  schätze,
vielleicht  beträgt  sie  das  Doppelte.  Der  Anblick  dieser  ungeheuren  Masse
fliegender  Blumen  ist  über  alle  Beschreibung  pittoresk,  und  noch  viel  wunderbarer
  die  Anmuth,  die  edle  Hallung,  das  Mienenspiel  der  blumenspendenden
  Römerinen.  Jede,  auch  die  schönste,  die  vornehmste,  die  sprödeste
wirft,  will  sie  nicht  unhöflich  sein,  dem  Blumenwerfer  einen  anderen  Stranß
zurück  und  begleitet,  je  nachdem  die  Gestalt  oder  das  Benehmen  des  Gebers
ihr  gefallen,  ihren  Blumenschuß  mit  einem  Blick  und  Lächeln,  das  zu  Leibe  geht.

Die  große  Poesie  des  römischen  Carnevals  ist  das  Verschwinden  der
Standesunterschiede.  Eine  Herzogin  wird  nicht  besser  und  nicht  schlechter
behandelt  als  eine  Tienstmagd.  Allein  nur  bei  einem  so  feinen,  anmuthigen
und  taktvollen,  so  anständigen  und  beitern  Volke  wie  das  römische,  ist  ein
so  poctisches  Narreufest  möglich.  Iu  den  großen  Städten  Deutschlands,
Englands,  Frankreichs  wäre  ein  römischer  Carneval  wegen  fündfluthartig
hereinbrechender  Roheit  unausführbar.

Ein  garstiges  Element,  welches  Göthe  nicht  gekannt  hat,  ist  seit
Anfang  dieses  Jahrhunderts  zum  römischen  Carneval  hinzugekommen:  die
Eugländer.  Ihre  Zahl  wächst  von  Jahr  zu  Jahr,  wie  die  der  Flöhe
in  den  römischen  Betten.  Den  Krieg  mit  harten,  stänbenden  Gypskörnern

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