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Wenn  sich  senkt  der  Sonne  Wagen,
Frohen  Blicks  erscheint  die  Welt,

Hört  man  sie  dem  Licht  entsagen,
Da  kein  irdisch  Band  sie  hält.

Harren  dann  der  ew'gen  Sterne,
Schauen  zu  dem  Herrn  empor

In  die  weite  gold'ne  Ferne  —
Lauschen  still  dem  Himmelschor.

Pflegen  Solches  Mond'  und  Jahre
In  der  hohen  Einsamkeit;

Vor  dem  Auge  stets-  die  Bahre,
Loben  sie  die  Ewigkeit.

Am  30.  April  kehrte  der  Kronprinz  nach  Rom  zurück
und  begab  sich  schon  am  3.  Mai  wieder  in  die  reinere,  frischere
Luft  des  stillen  Tivoli.  Das  Städtchen,  achtzehn  Migl.  von
Rom  nach  dem  Sabinergebirge  hin  entfernt,  ist  ebenso  häßlich,
als  die  Gegend  reizend,  welche  noch  jetzt,  wie  vor  neunzehn  Jahrhunderten,
  ein  Lieblingsaufenthalt  der  reichen  Römer  im  Sommer
ist.  „Dieser  Winkel  der  Erde  lacht  vor  allen  andern  mir  (ille
terrarum  mihi  practer  omncs  angulns  ridet)“  sang  schon  Horaz,
und  wünschte  sich  den  Ort  zum  Ruhesitz  im  Alter.  Hier  weilte  auch
Maximilian  bis  25.  Mai  und  ging  nur  nach  Rom  Furück,
weil  dort  am  folgenden  Tage,  am  Feste  der  heiligen  Dreifaltigkeit,
  fünf  Selige,  darunter  Alfonso  Maria  Liguori,  heilig
gesprochen  werden  sollten.  Zu  dieser  Handlung,  welche  unter
höchster  Prachtentfaltung  vorgenommen  zu  werden  pflegt,  waren
von  allen  Enden  der  Welt  —  das  römische  Blatt  „Diario“
gab  dreißigtausend  Fremde  an  —  Leute  herbeigekommen.  Die
vornehme  katholische  Welt  war  außer  dem  Kronprinzen  noch
durch  die  Könige  von  Bayern  und  Neapel,  durch  den  Exkönig
Dom  Miguel  von  Portugal  und  viele  andere  Mitglieder  von
Fürstenhäusern,  sowie  durch  hundert  fünfzig  Bischöfe  und  über

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