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Endlich  lief  der  Dampfer  „Colowrat“  am  29.  Dezember
Nachmittags  drei  Uhr  im  Piräus  ein.  Die  Flagge  an  seinem
Hauptmaste  meldete,  daß  er  eine  Person  höchsten  Nanges  an
Bord  habe,  weßwegen  ihn  sofort  die  dort  ankernden  Kriegsschiffe
mit  Kanonendonner  begrüßten.  Der  Empfang  von  Seite  des
griechischen  Königspaares  und  der  Hauptstadt  Athen,  in  die
der  Kronprinz  wohlbehalten  um  vier  Uhr  einfuhr,  war  herzlich
und  enthusiastisch.  Die  Festlichkeiten,  die  Bälle  bei  den  Gesandten,
  die  Truppenschau  und  was  zu  dem  herkömmllichen  offiziellen
Empfangsapparat  fürstlicher  Gäste  gehört,  übergehen  wir  als
zu  alltäglich.

Mit  Verwunderung  erblickte  der  Kronprinz  da  eine  leb
hafte  Stadt  von  mehr  als  zwanzigtausend  Einwohnern  mit
Palästen  und  großen  Staatsanstalten,  wo  bei  seiner  letzten
Auwesenheit  vor  nicht  einmal  acht  vollen  Jahren  nichts  als
Ruinen  von  alten  und  neuen  Barbaren  über  einander  gethürmt,
und  armselige  Hütten  zu  sehen  waren.  In  der  Mitte  über  der
weißen  Stadt,  die  überzogen  ist  von  dem  edlen  Roste  des
Alterthums,  gewahrte  er  von  ferne  die  stolze  Trümmerstätte
der  Akropolis,  und  geisterhaft  stellte  sich  der  weiße  Säulenwald
  der  Propyläen  vor  den  Ankömmling,  als  er  die  alten  türkischen
  Thore  hinter  sich  hatte.  Es  war  ihm  ein  lehrreiches  Beispiel
  davon,  was  eine  Regierung  mit  kleinen  Mitteln  Großes
schaffen  könne,  wenn  es  ihr  nicht  an  gutem  Willen,  an  rechter
  Einsicht,  an  gesunden  Organen  mangelt.  Darum  zeigte
er  nicht  bloß  für  das  klassische  Griechenland  viel  Interesse,
sondern  auch  für  das  moderne.  Mit  Eifer  begann  er  die  neugriechische
  Sprache  zu  studiren.  Ein  Mann  von  gediegenem
Wissen,  der  königliche  Bibliothekar  Philipps,  gab  ihm  Unterricht
darin.  Es  versteht  sich  von  selbst,  daß  Maximilian  auf  dem  Stückchen
  Erde,  wo  die  Mutterstadt  aller  Kunst  und  Wissenschaft
gestanden,  keines  der  noch  vorhandenen  Denkmäler  zu  besuchen