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Es  ist  ein  eigenthümlicher  Zug  im  Charakterbilde  des
Kronprinzen,  daß  er  auch  in  den  süßen  Angelegenheiten  des
Herzens  die  gewohnte  Anregung  des  Geistes  nicht  missen  wollte.
So  besuchte  er  Schellings  Vorlesungen  und  ward  mit  seiner
erlauchten  Braut  noch  am  Tage  vor  seiner  Rückreise  nach
München  in  einer  Versammlung  des  wissenschaftlichen  Vereins
gesehen,  wo  Professor  Werder  einen  Vortrag  hielt  über  Schiller's
Verhältniß  zur  deutschen  Philosophie.  Unerheblicher  ist  es,  daß
er  zum  Inhaber  des  achten  preußtschen  Husarenregiments  ernannt
  wurde.  Am  18.  März  Abends  kam  er  wieder  in
München  an,  wo  eine  Stunde  vorher  seine  Schwester  Mathilde
mit  ihrem  Gemahl  von  Darmstadt  eingetroffen  war.  Denn
am  30.  März  Abends  nach  sieben  Uhr  fand  die  Tranung  der
jüngeren  Schwester,  Adelgunde,  mit  dem  Erbprinzen  Franz
Ferdinand  von  Modena  in  der  Allerheiligen-Hofkirche  statt.  Die
bei  dieser  Gelegenheit  veranstalteten  Feierlichkeiten  offenbarten  eine
königliche  Pracht.  Den  Neuvermählten  gab  der  Kronprinz  mit
Mathilde  das  Geleite  bis  zur  ersten  Poststation  (10.  April).

Für  die  im  großen  Brande  von  Hamburg  Beschädigten
spendete  er  tausend  Gulden.

Mitte  Juli  1842  wurde  er  vom  RKönige  zum  ersten  Vorstand
  des  landwirthschaftlichen  Vereins  ernannt.

Im  August  eilte  Maximilian,  dem  Herzen  folgend,  durch
Böhmen  nach  Schlesien  in  das  schöne  Thal  mit  dem  Schlosse
Fischbach,  wo  seine  Braut  als  Kind  gespielt,  zur  Jungfrau
aufgeblüht  und  wo  sie  nun  confirmirt  wurde  in  Gegenwart  des
Bräutigams,  der  eigenen  Eltern  und  der  Königin  von  Preußen
(31.  August).  Fischbach  am  10.  September  verlassend,  reiste
er  über  Pilsen,  Prag  und  Stranbing  nach  München  zurück.

Am  5.  Oktober  1842  fand  zu  Berlin  die  Vermählung
der  Prinzessin  Marie  von  Preußen  durch  Procuration  nach
protestantischem  Ritus  statt.  Stellvertreter  des  Kronuprinzen

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