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Maximilian  war  der  Prinz  von  Preußen  (der  jetzige  König
Wilhelm  I.)  Abends  sechs  ein  halb  Uhr,  versammelten  sich  alle
hoffähigen  Personen  in  dem  Rittersaale  des  königlichen  Schlosses
und  den  daran  stoßenden  Zimmern  bis  zur  Kapelle;  die  Herren
in  Gala,  die  Damen  im  Hofkleide.  Die  Mitglieder  des  königlichen
  Hauses  versammelten  sich  gegen  sieben  Uhr  in  dem  rothen
Zimmer  Friedrichs  I.  Die  Hofstaaten  blieben  in  der  vorliegenden
boisirten  Gallerie.  Als  Alles  versammelt  war,  wurde  die  Krone
aus  dem  Schatz  durch  einen  Beamten  desselben  gebracht  und
von  einem  Offizier  nebst  zwei  Mann  Garde  du  Corps  bis  an
das  Vorzimmer  eskortirt.  Nach  Ankunft  der  königlichen  Herrschaften
  befestigte  die  Königin  von  Preußen  der  Braut,  unter
Beihülfe  der  Mutter  derselben,  die  Krone  auf  dem  Haupte.
Hierauf  bewegte  sich  der  Zug  in  der  von  dem  König  eigens
bestimmten  Ordnung  nach  der  Kapelle.  Vier  Fräulein  trugen
die  Schleppe  des  Brautkleides.  In  der  Kapelle  wartete  schon
der  erste  Bischof  Eylert  vor  dem  Altare.  Nachdem  die  Urkunde
laut  abgelesen  worden,  welche  den  Prinzen  von  Preußen  zur
Abgabe  des  Jawortes  Namens  des  Kronprinzen  von  Bayern
bevollmächtigte,  vollzog  der  Bischof  die  Einsegnung.  Den  Akt
der  Ringwechselung  verkündeten  sechsunddreißig  Kanonenschüsse
der  Hauptstadt.  Dann  bewegte  sich  der  Zug  wieder  nach  dem
rothen  Zimmer  zurück,  wo  die  königliche  Familie  ihre  Glückwünsche
  abstattete.  Der  Prinz  von  Preußen  übergab  nun  den
Trauring  dem  Generaladjutanten,  Grafen  von  Nostiz,  welcher
sich  sofort  im  Auftrage  des  Königs  auf  die  Reise  nach  München
begab,  um  den  Ring  mit  der  Nachricht  der  vollzogenen  Trauung
zu  überbringen.  Der  Vermählung,  wie  der  Verlobung  hatte
auch  König  Wilhelm  Friedrich  beigewohnt,  welcher  nach  Niederlegung
  der  Krone  von  Holland  in  Berlin  als  Graf  von  Nassau
mit  einem  ungeheueren  Vermögen  privatisirte.

Die  Vermählungsfeier  endete  mit  der  Ceremonientafel,  die

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