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unter  dem  Thronhimmel  im  Rittersaale  zugerichtet  war,  und
mit  dem  am  prenßischen  Hofe  üblichen  Fackeltanze  im  weißen
Saale.  Dabei  mußten  die  Staatsminister,  der  Obermarschall
mit  dem  großen  Stabe  in  der  Hand  voraus,  Wachsfackeln
tragen.  Das  Brautpaar  machte  den  ersten  Umgang  im  Saale,
dann  die  hohe  Braut  wiederum  mit  dem  König  und  der  Reihe
nach  mit  allen  Prinzen.  Darauf  tanzte  der  Prinz  von  Preußen
mit  der  Königin  und  der  Reihe  nach  mit  allen  anwesenden  Prinzessinen.
  Die  königliche  Familie  begab  sich  sodann  in  die  Zimmer
Friedrichs  I.  zurück.  Die  Krone  wurde  wieder  dem  Schatzbeamten
  überliefert  und,  nachdem  die  Oberhofmeisterin  das
Strumpfband  ausgetheilt  hatte,  der  Hof  entlassen.)

Am  7.  Oktober  Morgens  acht  Uhr  verließ  die  Kronprinzessin
Marie,  begleitet  von  ihren  Eltern,  Berlin,  um  in  ihrem  zweiten

Vaterlande  einzuziehen.  Abends  halb  zehn  Uhr  des  andern

Tags  traf  man  in  Bayreuth  ein,  das  sich  festlich  herausgeputzt
  und  beleuchtet  hatte.  Das  Nachtlager  ward  in  dem
königlichen  Schlosse  genommen,  vor  dem  die  Landwehr  einen
Fackelzug  veranstaltete.  Am  nächsten  Morgen  —  es  war  Sonntag
—  ging  die  Kronprinzessin  mit  ihren  Eltern  zum  Gottesdienst
in  die  Stadt-Kirche.  Es  traf  gerade  das  Evangelium  (Matth.  22.):
„Das  Himmelreich  ist  gleich  einem  Könige,  der  seinem  Sohne

!)  Zur  Erinnerung  dieser  Vermählungsfeier  erschien  eine  vortrefflich
ausgeführte  Medaille  in  Berlin.  Die  Hauptseite  enthält  die  woblgetroffenen
Bildnisse  des  Brampaares  mit  der  Umschrift:  Marin  Regia  Princeps
Borussine  et  Muximilianuns  Regni  Bavarine  Heres;  auf  der  Kehrseite  ist
eine  sinnige  Allegorie  mit  der  Umschrift:  Prineipnm  Amor,  Populorum
Fiduein.  Nämlich  Borussia,  im  Waffenschmuck,  den  mit  dem  eisernen  Kreuze
gezierten  Scepter  in  der  Hand,  führt  die  jugendliche  Braut  dem  Königssohne
  entgegen,  an  dessen  Seite  sich  die  Bavaria,  mit  Mauerkrone  und
Schwert,  zu  ihren  Füßen  der  Löwe,  befindet.  Im  Abschnitt  ließt  man:
Nuptiae  Augustissimerum  Principum  celeb’atae  Berolini  die  V.  Oct.
MDCCCXXXXII.  Die  geichnung  ist  von  Loos,  die  Ausführung  von
König.