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Hochzeit  machte,“  welchen  Text  der  Consistorialrath  Dr.  Gabler
in  seiner  Rede  trefflich  anwendete.

Nach  dem  Gottesdienste  erfolgte  im  Schlosse  die  förmliche
Uebergabe  der  Kronprinzessin.  Der  bayrische  Empfangscommissär
war  der  Finanzminister  Graf  von  Seinsheim,  der  preußische
Uebergabs-Commissär  der  Staatsminister  von  Rochow.  Nachdem
die  Protokolle  des  feierlichen  Aktes  unterzeichnet  und  besiegelt
waren,  folgte  eine  ergreifende  Scene.  Die  jugendliche  Fürstin
verabschiedete  ihren  bisherigen  Hofstaat,  an  dessen  Stelle  sofort
der  bayrische  trat.  Gegen  zwei  Uhr  verließen  die  Herrschaften
Bayreuth.  Vor  lauter  Blumen  und  Kränzen,  Flaggen  und
Draperien  sah  man  keine  Wände  mehr  an  den  Häusern.  Ein
Mechanikus  ließ  sogar  an  seinem  Hause  weißes  und  blaues
Wasser  springen.  Kübel  hieß  der  Patriot.

Wir  können  dem  Zuge  nicht  von  Stadt  zu  Stadt  folgen
und  alle  Ehrenpforten,  Sinnsprüche  und  blaus-weißgekleidete
Mädchen  zählen.  Wir  begnügen  uns,  zu  melden,  daß  die  Städte
Amberg,  Regensburg,  Landshut,  Moosburg,  Freising  Alles
thaten,  was  man  von  loyalen  Bürgern  sich  versehen  mag.  Die
Landshuter  hatten  vor  der  Isarbrücke  eine  kolossale  Ehrenpforte
mit  Säulen  erbaut,  woran  Tausende  von  Lampen  schimmerten,
als  die  Kronprinzessin  am  10.  Oktober  Abends  neun  Uhr  davor
ankam.  Dort  hielten  der  Bürgermeister  Lorber  und  der  Advokat
  Schaaf  (absit  omen!)  Anreden  an  die  künftige  Landesmutter.
  In  der  Residenz  wurde  sie  von  dem  Kronprinzen
Maximilian  überrascht,  der  jedoch  eine  halbe  Stunde  vor  Mitternacht
  wieder  abreiste  und  in  Moosburg  übernachtete,  wo  er  sich
seine  eigene  Feldbettstatt  hatte  aufschlagen  lassen.

Am  11.  Oktober  endlich  sollte  die  Hauptstadt  München
die  Kronprinzessin  in  ihren  Mauern  begrüßen.  In  der  Ludwigsstraße
  bildeten  Mittags  zwölf  Uhr  die  Zünfte  mit  ihren
Standarten  Spalier;  sie  hatten  zwei  Musikbanden.  An  der

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