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Schwabingerlandstraße  stand  in  der  Nähe  des  Burgfriedens  eine
Ehrenpforte,  von  wo  bis  zur  königlichen  Residenz  sieben
Musikbanden  aufgestellt  waren.  Gegen  drei  Uhr  kam  die  Kronprinzessin
  mit  ihren  Eltern  in  einem  sechsspännigen  offenen
Hofwagen  unter  Cuirassier-Eskoxte  an  der  Ehrenpforte  an,  wo
sie  von  den  Stadtbehörden  empfangen  wurde.  In  der  königlichen
  Residenz  erwartete  sie  der  Kronprinz  mit  dem  Prinzen
Karl,  seinem  Oheim,  am  Fuße  der  breiten  Treppe.  Als  der
Wagen  unter  dem  Jubel  der  Menge  in  die  königliche  Residenz
eingefahren  war,  eilte  die  bräutliche  Frau,  aus  dem  Wagen
springend,  in  die  Arme  des  Gemahls.  Das  fürstliche  Paar
hielt  sich  fest  umschlungen.  Dann  stiegen  Beide  rasch,  Arm  in
Arm,  die  Treppe  hinan,  wo  der  König  und  die  Königin  harrten.
Hier  empfing  die  neue  Tochter  vom  Könige  den  ersten  Vaterkuß.

Nach  aufgehobener  Familientafel  Abends  sechs  Uhr  überreichte
  eine  Deputation  der  Kronprinzessin  das  Brautgeschenk
der  Hauptstadt  München  —  ein  Brillant--Diadem  —  in  Gegenwart
  des  Kronprinzen.  In  ihrer  unbefangenen  Freude  ließ  es
sich  die  bräutliche  Frau  sogleich  von  ihren  Damen  zur  Probe
aufsetzen.

Eüftes  Kapitel.

Cranung  nach  kalholischem  Ritue.  —  Festlichlieiten.  —  Drechslermeiller
Edel.  —  Munchen  im  Festschmuch.  —  Olitobersell.  —  Zug  der  Brautpaare

  aus  ganz  Bauern.  —  Auf  der  Jestwiese.  —  Die  „Humeln.“  —
Brautringe.  —  Nalhalla.  —  Befreiungehalle.  —  Der  Nronprinz  beim

Scheibenschieen.  —  Ball  der  Bürgerlchaft  von  Aünchen.  —  In's  Hochland.

D.  feierliche  Trauung  nach  katholischem  Ritus  vollzog
der  Erzbischof  von  München-Freising  in  der  Allerheiligen  Hofkirche
  Mittags  zwölf  Uhr  am  12.  Oktober  1842.  Die  dabei

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