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rothen  Bändern  in  einen  dicken  Zopf  geflochten,  auf  dem  Kopfe
eine  schwere,  wie  ein  Dach  ausgreifende  Krone.  Die  Straubingerin
  prangte  im  rothen  Rocke,  in  rother  Jacke  wie  eine
„Antlaßrose,“  inmitten  von  rothjackigen  Burschen,  welche  stolz
auf  ihre  Hochzeiterin  mit  vollen  Backen  und  mit  aller  Kraft  der
Lungenflügel  auf  ihren  Trompeten  stürmten.  Dann  die  Rotthalerinen
  mit  kufenförmigen  Kronen  von  Flittergold,  und
nach  dieser  in  züchtiger  Einfachheit  die  Rheinpfälzerinen.  Die
mit  den  hohen  dünnen  Cylindern  auf  dem  Schiitel,  welche  seltsam
  nicken,  sind  aus  der  Oberpfalz,  Landgerichts  Kemnath,
wo  der  Bräutigam  mit  dem  Sabel  zur  Hochzeit  geht.  Den
Hemauern  trägt  just  der  Brautführer  das  Schlachtschwert  vor
—  vielleicht  eine  sinnige  Anspielung?

Ihnen  nach  marschirt  ein  Trupp  ernster  Männer,  sechsundsiebzig
  Bergknappen  in  der  schwarzen  Tracht  mit  blank  gewichstem
  Hinterleder,  den  Hammer  im  Arme;  voran  düten  ihre
Trompeter.  Jetzt  kommen  die  Bambergerinen,  dralle  Mädchen,
  mit  gigantischen  Barthauben,  und  wieder  im  offenen  Wagen
Männergestalten  im  schwarzen  altspanischen  Gewande  und  güldenen
  Gnadenketten  —  gar  stattlich  anzusehen.  Es  sind  wohlweise
  Rathsherren  aus  der  alten  Stadt  Kronach.  Diese  malerische
  Tracht  ist  dem  Rath  gemeldeter  Stadt  zur  Belohnung  der
von  der  Bürgerschaft  im  dreißigjährigen  Kriege  bewiesenen  Treue
und  Tapferkeit  von  dem  Fürstbischofe  Melchior  Otto  von  Bamberg
  und  von  dem  Haiser  Karl  VI.  im  Jahre  1651  verliehen
und  zu  tragen  verwilligt  worden.  Seht  doch,  wie  die  Münchner
Rathsherren  im  schwalbenschwänzigen  schwarzen  Fracke  mit  den
Galanteriedegen  an  der  Seite  ihre  ehrwürdigen  Kronacher  Kollegen
  beneiden!

Und  immer  länger  rollt  sich  der  Zug  auf  wie  eine  unendliche
  Bilder-Tapete  alter  Zeit.  Man  sieht  da  die  eigenthümlichen
  Trachten  vom  oberfränkischen  Mistelgan;  hinter  ihnen