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Tage  nachher  ging  er  mit  seiner  Gemahlin  zum  Sommeraufenthalte
  nach  Hohenschwangau,  wohin  im  Juli  eine  Schwester
und  der  Bruder  der  Kronprinzessin,  Prinz  Woldemar  von  Preußen,
  auf  einige  Wochen  zum  Besuch  kamen.  Eine  kurze  Einkehr
in  Nürnberg  mit  den  preußischen  Gästen  abgerechnet,  blieb  das
junge  Ehepaar  den  ganzen  Sommer  und  Herbst  auf  Hohenschwangan
  und  kehrte  erst  am  21.  Dezember  1843  an  das
königliche  Hoflager  in  München  zurück.

Die  Nachrichten  von  der  September-Revolution  in  Griechenland,
  der  Undank  der  Griechen  hatten  den  Krouprinzen  tief
geschmerzt,  und  die  Plumpheit  des  Abel'schen  zelotischen  Regiments
  im  Vaterlande  konnte  sein  Unbehagen  nicht  mildern.  Schon
am  13.  Januar  1844  siedelte  er  darum  mit  seiner  Gemahlin
nach  Bamberg  über,  wo  das  Klima  milder  und  die  Regierungsmänner
  entfernter  waren.  Die  Stadt  feierte  seinen  Einzug
durch  Illumination.  Als  Weihgeschenk  der  Bamberger  fand  die
Kronprinzessin  in  ihren  Gemächern  im  Schlosse  einen  reich  vergoldeten
  Tisch  von  Mahagoniholz  und  darauf  ein  vollständiges
Reisegeräth  von  Silber,  Elfenbein,  Krystall  und  Palisanderholz;
in  einem  Kabinete  aber  Teppiche,  Kissen  und  Armstühle  in
kunstreicher  Stickerei  von  Frauen  der  Stadt.

Hier  in  Bamberg  machte  der  Kronprinz  eine  garstige  Erfahrung.
  Ein  adeliges  Fräulein  —  nomina  sunt  odiosa  —
hatte  seine  Mildthätigkeit  angerufen  und  ihre  Lage  so  jämmerlich
  dargestellt,  daß  er  nicht  umhin  konnte,  der  Unglücklichen
persönlich  Hilfe  und  Trost  zu  bringen.  In  der  That  fand  er
eine  Gestalt,  mit  Lumpen  bedeckt,  auf  einer  Schütte  Stroh  in
der  bezeichneten  Wohnung.  Der  edle  Fürst  gab  mit  vollen
Händen.  Später  überzeugte  er  sich,  daß  er  betrogen  worden
und  daß  die  ganze  Komödie  nur  ein  gelungenes  Attentat  auf
seine  Börse  gewesen.  Auf  das  Kapitel  der  Bettelei  werden  wir
später  noch  zu  sprechen  kommen.

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