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war  er  kurz  zuvor  in  München  mit  einem  arabischen  Hengsie,
einem  prachtvollen  Grauschimmel,  als  Zeichen  der  Hochachtung
erfreut  worden.

Am  1.  August  verließ  der  Kronprinz  mit  seiner  Gemahlin
  Kissingen,  um  sich  nach  Darmstadt  zu  begeben.  Die  Reise
wurde  von  Gemünden  bis  Aschaffenburg  auf  einem  Main-Dampfschisf
  gemacht.  Alle  Uferdörfer  des  ganzen  schönen  Mainthales
hatten  sich  festtäglich  angethan.  In  langen  Zeilen  stand
das  Landvolk  mit  frisch  gewaschenen  Kindern  längs  der  Ufer,
gleichsam  Spalier  bildend.  Böllerschüsse  knallten  und  Musikbanden
  erfüllten  das  sonst  so  sulle  Thal  mitunter  mit  ohrenzerreißenden
  Melodien.  In  Werthheim  nahmen  die  hohen  Reisenden
  bei  dem  Fürsten  von  Löwenstein  das  Dejeuner  ein  und
setzten  Nachmittags  die  Flußreise  fort.  Einen  schönen  Anblick
gewährte  die  gebrochene  Burg  von  dem  wegen  seiner  Hungerleiderei
  und  wegen  seines  rothen  Weins  bekannten  Städtchen
Klingenberg.  Ihre  großen  Flaggen  winkten  von  der  Höhe
gleichsam  grüßend  hinab  auf  das  tief  unten  vorbeischießende
Dampfschiff.  Es  war  schon  Abends,  als  dasselbe  in  Aschaffenburg
  am  Fuße  des  fünfthürmigen  Schlosses  anlegte.  Die  ganze
Stadt-Bevölkerung  war  auf  den  Beinen.  Ohne  sich  aufzuhalten,
bestiegen  die  Herrschaften  die  bereit  stehenden  Wagen  und  fuhren
  gegen  Darmstadt.  Von  da  begab  sich  der  Kronprinz  mit
Gemahlin  am  4.  August  zu  einem  kurzen  Besuche  seiner  löniglichen
  Eltern  nach  Aschaffenburg  und  reiste  dann  nach  Schlangenbad.


Als  die  Badesaison  geschlossen  war,  unternahm  er  im
September  eine  mehrwöchentliche  Rundreise  in  der  Pfalz.
um  in  den  Garnisonsorten  und  Festungen  die  Truppen  zu
mustern.  Die  Einwohner  legten  aller  Orten  ihre  Freude
auf  das  Herzlichste  an  den  Tag.  In  Neustadt  an  der  Haardt
wohnten  der  Kronprinz  und  die  Kronprinzessin  einem  Balle  bei,

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